04.04.2017, 18:53 Uhr

Öffentliche Verkehrsmittel zu erschwinglichen Preisen!

Nationalratsabgeordnete und SPÖ Behindertensprecherin Ulrike Königsberger-Ludwig mit VOR-Geschäftsführer Thomas Bohrn, MBA

TOP-Behindertenticket gefordert



Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichtet Österreich in Artikel 20 dafür zu sorgen, wirksame Maßnahmen zu treffen, um persönliche Mobilität mit größtmöglicher Selbstbestimmung zu erschwinglichen Kosten sicherzustellen. Dies stellt sich allerdings in der Praxis oft als äußerst schwierig dar – nicht zuletzt wegen hoher Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel.
„Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, die in Tageswerkstätten beschäftigt sind. Sie erhalten für ihre Leistung lediglich ein Taschengeld zwischen 40 und 70 Euro“, weist Ulrike Königsberger-Ludwig auf eine besondere Herausforderung hin. „Dies stellt die Menschen vor allem in ihrem Freizeitverhalten vor große Schwierigkeiten. Denn auch wenn die Fahrt von und zur der Arbeit meist über Fahrtendienste organisiert ist oder sich der Standort der Werkstätte am Wohnstandort befindet und trotz der verschiedenen Ermäßigungen in den einzelnen Verkehrsverbünden, ist eine selbstbestimmte Mobilität außerhalb des Beschäftigungstherapieplatzes aufgrund der hohen Kosten oft nicht möglich.“

Nationalratsabgeordnete Königsberger-Ludwig hat diesbezüglich eine Petition im Nationalrat eingebracht, die leider bis dato keine Lösung gebracht hat. Nunmehr gab es ein Gespräch beim VOR-Geschäftsführer Thomas Bohrn, MBA, um die Möglichkeit eines „TOP-Behindertentickets“ zu besprechen. Dies solle analog zum „TOP-Jugendticket“ funktionieren, welches derzeit 360.000 SchülerInnen und Lehrlinge aktiv nutzen. Bei einem Behindertenticket wäre der BezieherInnenkreis auf jene Menschen, die erhöhte Familienbeihilfe beziehen eingegrenzt und somit weit geringer. „Als VOR ist es uns wichtig, gerade auch Menschen mit Behinderungen unsere Angebote zu leistbaren Preisen zu Verfügung zu stellen“, unterstützt GF Bohrn grundsätzlich das Anliegen und betont aber auch, dass es wichtig sei, über eine genaue Datenlage zu verfügen um abschätzen zu können, wie hoch die Kosten für ein „TOP-Behindertenticket“ wären.

Es wurde daher als nächster Schritt vereinbart, mit den Ländern zu klären, wie viele Beschäftigungstherapie-Standorte es gibt und wie viele Menschen dort beschäftigt sind. „Ich bleibe an der Sache dran, um Menschen mit Behinderungen die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen!“, sagt Ulrike Königsberger-Ludwig abschließend.
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