16.10.2017, 14:28 Uhr

Palliativstation für Amstetten: "Bitte Warten!"

Die Unterstützer einer Palliativstation in Amstetten.

Sechs Betten für Amstetten: Hospizförderverein zweifelt "aus Erfahrung" an angekündigter Umsetzung.

STADT AMSTETTEN. Mit sechs neuen Palliativbetten im Landesklinikum Amstetten soll das Versorgungsnetz, das eine "professionelle Versorgung und würdevolle Begleitung" in der letzten Lebensphase garantiert, ausgebaut werden", teilen Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko in einem offiziellen Schreiben mit.

Förderverein ist "skeptisch"

"Wir sind ein wenig skeptisch", sagt eine von der Mitteilung überraschte Ester Steininger, Vorsitzende des Hospizfördervereins Amstetten, schließlich hätte es schon zahlreiche derartige Versprechungen gegeben. Schon seit 2004 kämpft der Hospizförderverein Amstetten für eine Palliativstation im Landesklinikum, erzählt Steininger von einer "frustrierenden Geschichte".

Eine "frustrierende Geschichte"

2005 wurden dem damaligen Landesrat Wolfgang Sobotka 9.402 Unterschriften übergeben. "Wir hatten das Gefühl, wir treten offene Türen ein", so Steininger. Immerhin wurden bis 2007 sechs Betten für Amstetten zugesagt. Nach mehreren Aufschiebungen und sonstigen Rückschlägen, etwa bei der Frage der Finanzierung, gibt es im Oktober 2017 noch immer keine Betten.

Genaue Umsetzung ungewiss

Und auch laut dem Schreiben des Landes könnte es durchaus zumindest noch bis 2025 dauern: "Um auch künftig dem Bedarf zu entsprechen, werden, nach genauen Überlegungen und Evaluierungen in der Versorgungsplanung, im neuen NÖ RSG 2025 (niederösterreichischer regionaler Strukturplan Gesundheit) sechs Palliativbetten im Landesklinikum Amstetten aufgenommen."

Drängen auf Umsetzung

Auch Amstettens Bürgermeisterin Ursula Puchebner "fehlt der Glaube". "Ich hoffe nicht, dass wir die ersten sind, die sich hier hineinlegen müssen", so die Bürgermeisterin, die auf eine Umsetzung pocht. Schließlich gebe es bereits "seit zehn Jahren akuten Handlungsbedarf". Inzwischen sind auch die sechs Betten allerdings keine optimale Lösung mehr, vielmehr ein Überbleibsel der ursprünglichen Gespräche vor mehr als einem Jahrzehnt. Für eine "qualitätsvolle Betreuung braucht es einen Personalschlüssel für acht Betten", so Sonja Thalinger vom Hospiz-Landesverband.


Zur Sache: Ziel der Palliativ- bzw. Hospizversorgung ist die pflegerische, medizinische und spirituelle Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen sowie deren Angehöriger. Dazu gehört das Lindern von Beschwerden und Trauerarbeit. Jährlich werden im Mostviertel über 1.000 Patienten sowie deren Angehörige betreut. Aktuell umfasst die Versorgungsstruktur im Raum Mostviertel eine Palliativstation mit acht Betten im Klinikum Scheibbs, ein stationäres Hospiz mit 15 Betten im Betreuungszentrum Melk, vier mobile Palliativteams und vier ehrenamtliche mobile Hospizteams.
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