14.11.2016, 10:29 Uhr

Kindergarten: "Mehr als nur ein bisserl spielen"

Die Schilder an der Schule müssen erst getauscht werden, wie hier Direktor Christof Laumer zeigt.

Aus Bakip wird Bafep: Ein Blick hinter die Ausbildung der Kindergartenpädagogen in Amstetten.

STADT AMSTETTEN. "Wir sind auf Anschlag voll", erzählt Direktor Christof Laumer. Es gebe seit Jahren 20 bis 30 Prozent mehr Anfragen, als positiv beantwortet werden können. Etwa 60 Schüler werden pro Schuljahr aufgenommen.

"Kleine, familiäre Schule"

"Wir sind eine kleine, familiäre Schule", so Laumer. Rund 260 Schüler sind es insgesamt, darunter lediglich sechs Burschen. Vielleicht liege es noch immer am Klischee, dass Kindergartenpädagogen weiblich sind, rätselt er. Fakt sei, dass es eben kaum männliche Vorbilder im Kindergartenbereich gebe und so natürlich auch eine gewisse Anziehungskraft fehlt, wie etwa in technischen Schulen und Berufen. Aber auch andere soziale Berufe stünden vor ähnlichen Herausforderungen, sagt er. Künftig will man jedenfalls verstärkt auch männliche Schüler ansprechen.

Mehr als "ein bisserl spielen"

Klischeehaft sei auch noch immer die Meinung, dass im Kindergarten "nur ein bisserl gespielt wird". Dabei habe der Kindergarten eine wichtige pädagogische Bedeutung. Die Pädagogen sind maßgeblich bei der Entwicklung des Kindes beteiligt, so Laumer. Es steckt viel mehr dahinter, als man sieht, meint der Direktor.
Der Kindergarten sei schließlich die erste Bildungseinrichtung der Kinder. Es brauche hier und da eben noch Aufklärungsarbeit.
Die Absolventen sind jedenfalls gefragt.

Gefragte Absolventen

Die meisten steigen gleich in den Job ein, viele in Wien und Oberösterreich. Aber auch in den Landeskindergärten Niederösterreichs seien die Schüler gefragt, ebenso im Ausland. Es gebe immer wieder Anfragen, etwa aus Deutschland, erzählt der Direktor.

Aber auch von den neuen Angeboten in den Gemeinden wie Kleinkind- und Ganztagsbetreuung profitierten die Absolventen der Schule. Um diesen neuen Herausforderungen auch weiterhin gerecht zu werden, wurde nun der Lehrplan abgeändert.

Früherziehung nun Pflicht

Konnte man bisher eine Zusatzausbildung für Früherziehung absolvieren, ist die Ausbildung speziell für 0 bis 3-Jährige nun verpflichtend. Dadurch wurde auch ein neuer Name notwendig, erklärt der Direktor. Hieß es vorher Bakip, also Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik, so wird daraus nun Bafep, Bildungsanstalt für Elementarpädagogik. Vom neuen Lehrplan ist Laumer überzeugt, es sei eine "Stärkung des Schultyps".


Aufgrund des neuen Lehrplans (Früherziehung ist nun verpflichtend) wurde der Name der Schule von Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Bildungsanstalt für Elementarpädagogik geändert. Am Freitag, 25. November, findet von 13 bis 20 Uhr ein Tag der offenen Tür in der Schule statt.
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