03.10.2017, 08:28 Uhr

Über 4.000 Amstettner sind auf Sozialmarkt angewiesen

Irmgard Pöll und Inge Höblinger hoffen auf Unterstützung bei der Anschaffung neuer Möbel für den Sozialmarkt.
MOSTVIERTEL. Bänke, Tische und auch die Anrichte sollten erneuert werden. Durch eine Trennwand zum Verkaufsbereich des Sozialmarktes (Soma) in Amstetten sollen die Kunden künftig in Ruhe essen können. "Wir wollen, dass es ein kleines Wohlfühlnesterl wird", sagt Marktleiterin Inge Höblinger, "ein Platz der Begegnung." Schließlich geht mit Armut oft Vereinsamung und gesellschaftlicher Ausschluss mit einher.

Unterstützer für Projekt

Im Schnitt essen hier 40 Personen viermal in der Woche ein für sie leistbares Mittagessen. "Der Bedarf ist wesentlich größer", sagt die Marktleiterin, deshalb sollen auch zehn zusätzliche Plätze entstehen. "Wir suchen Handwerker, Material und Unterstützer", bittet sie um Hilfe für das Projekt.

Zahl der Kunden steigt

Nicht nur beim Mittagessen, generell nimmt die Anzahl der Kunden zu, bestätigt Irmgard Pöll, wirtschaftliche Leiterin der Sozialmärkte Niederösterreichs (SAM NÖ). So stieg allein im Amstettner Sozialmarkt die Zahl der Einkäufe von 23.965 im Jahr 2015 auf 24.827 im Jahr 2016. Im Mobilen Sozialmarkt gab es im selben Zeitraum sogar einen Anstieg von 15.692 auf 19.170.

Der Mobile Sozialmarkt

Unter dem Motto "Wir kommen Ihnen entgegen“ werden mit dem Mobilen Sozialmarkt jene Mostviertler, die keine Möglichkeit haben, nach Amstetten zu fahren, direkt in den Gemeinden unterstützt. 1.010 Einkaufspässe wurden seit seiner ersten Tour im Jahr 2014 ausgestellt.

Wen die Armut trifft

"Einen großen Anteil machen nach wie vor Pensionisten aus, aber auch viele Alleinerzieher nutzen unser Angebot", so Irmgard Pöll. "Man muss sich jedoch immer vor Augen halten, dass Armut in der heutigen Zeit jeden treffen kann, unabhängig von Alter, Beruf oder Geschlecht", so Pöll.

Einerseits breite sich die Armut aus, anderseits würde immer mehr die Scheu abgelegt, in den Sozialmarkt einkaufen zu gehen, ergänzt Inge Höblinger. "Die Hemmschwelle ist oft groß", sagt sie, "aber wenn einmal jemand hier war, kommt er wieder."
Mittlerweile werden immerhin allein im Bezirk Amstetten durch das Sozialmarktangebot 4.249 Personen unterstützt – 1.903 Einkaufspassbesitzer und ihre Familien.


Zur Sache: Pro Tag suchten im Jahr 2016 im Schnitt 95 Kunden den Amstettner Sozialmarkt auf. Es wurden 24.827 Einkäufe getätigt und im Durchschnitt wurde pro Einkauf 6,73 Euro ausgegeben. 13 Prozent der Kunden im Amstettner Sozialmarkt sind Alleinerzieher, 23 Prozent sind Pensionisten und 53 Prozent Frauen. Beim Mobilen Sozialmarkt sind 37 Prozent der Kunden Pensionisten und 61 Prozent Frauen. Details zum Fahrplan des Mobilen Sozialmarktes unter: www.somanoe.at
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