Mahnmal
Der Träumer - erste Vöslauer Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus

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BAD VÖSLAU. Die Skulptur "Der Träumer" wurde vor dem alten Bad Vöslauer Rathaus (heute Stadtmuseum) errichtet und soll künftig als Gedenkstätte an alle Opfer des Nationalsozialismus in Bad Vöslau dienen - die erste Gedenkstätte dieser Art, die es in Bad Vöslau gibt.

Historisch und künstlerisch

Schülerinnen und Schüler des BRG Gainfarn haben sich gemeinsam mit Prof. Birgit Toran und Prof. Angelika Aigner im Rahmen des Geschichtsunterrichts mit dem Thema Nationalsozialismus in Bad Vöslau auseinandergesetzt. Begleitet von der heimischen Künstlerin Mag. art. Ulla Reithmayr, wurde dann von vier Schülerinnen (Lilith Zedlacher, Evelin Balogh, Katharina Kaufmann und Johanna Ertl) die Skulptur „Der Träumer“ entworfen und während des Unterrichts umgesetzt.

Geschichtsträchtiger Ort

Das Objekt wurde nun vor dem alten Bad Vöslauer Rathaus (heute Stadtmuseum) als Gedenkstätte der Erinnerung aufgestellt. Ein durchaus "geschichtsträchtiger Ort" für Bad Vöslau, steht das alte Rathaus doch gleich neben der Stadtpfarrkirche - und Stadtpfarrer Dechant Stephan Holpfer verabsäumte es nicht, auf die unrühmliche Verbindung der Kirche mit der Nazi-Politik, die auch in Bad Vöslau betrieben wurde, hinzuweisen. Dass dies nie wieder so werden soll, dafür soll nun auch "Der Träumer" ein Symbol sein. "Wir träumen von einer schönen und gewaltfreien Zukunft", so die Schülerinnen, die die Skulptur gestalteten.
Bgm. Christoph Prinz dankte den Jugendlichen für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema, Heidi Effenberger vom Arbeitskreis Integration, die das Projekt begleitet hat, betonte, dass man keine teures Projekt wollte, sondern das Ergebnis der Workshops, bei denen die Jugendlichen und die Lehrkräfte mit viel Motivation gearbeitet haben. Die geistlichen Herren Jürgen Romanowski und Stephan Holpfer würdigten die Skulptur mit dem Aaron-Segen, dem ältesten Segen des Christentums. Ein Video dazu ist auf www.badvoeslau.at im „Video-Report“ oder auf YouTube unter „Bad Vöslau-Skulptur Der Träumer“ zu sehen.

Zur Sache

Der Arbeitskreis Integration wurde 2007 im Zusammenhang mit dem Moscheebau in Bad Vöslau gegründet. Seitdem arbeiten in der Gruppe ehrenamtlich Menschen mit, die sich für ein besseres Miteinander der verschiedenen Kulturkreise in Bad Vöslau einsetzen. 2013 erschien das Buch "Bad Vöslau von 1938 bis 1945", die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus in Bad Vöslau auseinandersetzte. Das Buch ist im Bürgerservice erhältlich. Bad Vöslau hatte im übrigen auch eine oft von jüdischen Kurgästen besuchte Synagoge, und zwar in Gainfarn (heute Wohnhaus). Das Haus wurde arisiert, nach dem Krieg erhielt die jüdische Gemeinde eine Entschädigungszahlung.

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