Der Wolf, Retter des Wienerwalds?

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Laut WWF spricht nichts gegen die Wiederansiedlung von Wölfen im Wienerwald. Im Gegenteil: Der Wolf ist ein nützliches Wildtier und könnte einen guten Beitrag zur Wildregulierung leisten. Eine Aufgabe, die inzwischen längst die Jäger übernommen haben.

Jäger könnten mit Wölfen leben
„Wir könnten schon mit Wölfen leben“, sagt der Badener Bezirksjägermeister Johann Graf. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich in einem Gebiet, das so stark von Spaziergängern genutzt ist, wie der Wienerwald, Wölfe wirklich ansiedeln würden. Sie sind sehr scheu.“ Wölfe würden den Jägern keine Beute wegnehmen, glaubt Graf. „Es gibt genug krankes Wild, das sie zuerst fressen würden. Sie nehmen Jägern keine kapitalen Hirsche weg.“

Kein explizites Werben
Von Wolf-Ansiedlungsprogrammen weiß Graf aber nichts. Vor einigen Jahren hatte sich auch schon der Wiener Bürgermeister Häupl für die Rückkehr von "Meister Isegrim" – so der Fabelname des Wolfes – in den Wienerwald starkgemacht. Auch ihm ist klar, dass ohne Wölfe Rehe und Wildschweine stark zunehmen. Diese verbeißen manche Baumarten stark und bedrohen ihren Bestand. "Langfristig ist mit einer Abnahme der Artenvielfalt zu rechnen“, so Christian Pichler vom WWF. Wölfe gab es im Wienerwald bis ins 19. Jahrhundert. Sie wurden im Lainzer Tiergarten, bei Gaaden und Laxenburg nachgewiesen.
Ob Spaziergänger im Wienerwald besonders glücklich über Begegnungen mit einem Wolf wären?

Meine Erfahrung mit Wölfen
Die Biologin Brigitte Glock aus Pottendorf hatte im Vorjahr während einer Wanderung in den Wäldern der rumänischen Karpaten eine Begegnung mit Wölfen: "Ich hatte große Angst, doch die Wölfe verfolgten einen Rehbock und beachteten mich nicht, der Mensch passt eben nicht ins Beuteschema des Wolfes!"

Aufklärung wäre nötig!
Tatsächlich sind kaum "Unfälle" zwischen Mensch und Wolf belegt. Trotzdem müsste diesbezüglich umfassende Aufklärungsarbeit geleistet werden, meint Glock, auch Pädagogin. Ein Problem seien allerdings Weidetiere wie zum Beispiel Schafe, die besser mit Zäunen geschützt werden müssten. „Das kostet die Bauern aber Geld“, so Brigitte Glock. „Würde man den Wolf wieder im Wienerwald wollen, müsste man auch an dieses Thema denken“.

Die Pottendorfer Biologin und Pädagogin Brigitte Glock begegneten in den rumänischen Wäldern schon einmal einem jagenden Wolf.
Autor:

Gabriela Stockmann aus Baden

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