Umwelt im Bezirk Baden
Die Schwechat, ein Fluss in der Krise: Wenn die Fische ersticken

Andreas Schweiger (links) und Karl Haudek vom Sportfischereiverein Baden beim Gespräch mit den Bezirksblättern
  • Andreas Schweiger (links) und Karl Haudek vom Sportfischereiverein Baden beim Gespräch mit den Bezirksblättern
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BEZIRK BADEN. Zu wenig und zu warmes Wasser in der Schwechat bedeutet auch: Der Fluss kann seinen von der Zivilisation verlangten Aufgaben immer schlechter nachkommen.
Eine Schwechat mit Niedrigwasser kann auch kaum genug Wasser für die zahlreichen Kläranlagen liefern, die entlang des Flusses gebaut wurden: Alland, Krainerhütte, Schultzheim, Heiligenkreuz, Baden, Traiskirchen.(und unzählige hauseigene – Kleine in den Zulauf Systemen) Speziell die Badener Kläranlage, die für die Abwässer von 50.000 Wohneinheiten ausgelegt ist, würde ein besseres Vorfluter-System brauchen, und dazu müsste die Schwechat mehr Wasser liefern können. „In Baden kommt ja noch dazu, dass die Schwechat u. B. Mühlbach die Schwefelwässer aufnehmen muss. Das Wasser ist generell sehr warm, bis zu 35 Grad. Wenn die Schwechat nicht genug Wasser hat, kann sich das Schwefelwasser nicht herunterkühlen, die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer wird gestört – das führt zum Absterben sämtlicher Lebewesen im Fluss bzw. verenden sie an der Sauerstoffzehrung, Forellen und Barben können da nicht überleben.“ Die beiden Fischer raten dringend zu Beschattungsmaßnahmen entlang der Flüsse. „Gerade wenn die Sommer sehr heiß sind und der Fluss besonders wenig Wasser führt, kommt es immer wieder zur für die Fische bedrohlichen Sauerstoffzehrung. Sie ersticken schlicht.“ Im Niedrigwasser finden sich auch Konzentrationen von Putzmittel- und Medikamentenrückständen. „In einer Studie 2003 (Vet. Medizinische Uni Wien) wurde ein hoher Östrogengehalt in der Schwechat festgestellt, Folge der Anti-Baby-Pille. Die Fische verweiblichen, der natürliche Fortpflanzungsprozess ist gestört.“
Haudek und Schweiger berichten von einem ähnlichen Problem auch in Schweden: „Dort wurden viele Rückstände von Antidepressiva in den Flüssen gefunden. Die Folge war, dass die Süßwasserfische völlig euphorisch wurden, die Kontrolle über ihren richtigen Lebensraum und wurden oft zu einer leichten Beute für Fischräuber oder dergleichen, wo sie verendeten.“ Die Verschmutzung kann man auch riechen: „Fahren Sie einmal zum Wiener Neustädter Kanal am Radweg von Baden bis Pfaffstätten, dort riecht es nach Weichmachern, die auch besonders schädlich sind.“

Autor:

Gabriela Stockmann aus Baden

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