Die Schwechat ist gebändigt

Bei der Brücke zur Cholerakapelle wird die Durchflussmenge der Schwechat gemessen (siehe gelbe Markierungen am anderen Flussufer
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  • Bei der Brücke zur Cholerakapelle wird die Durchflussmenge der Schwechat gemessen (siehe gelbe Markierungen am anderen Flussufer
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BEZIRK BADEN (mec). Hochwasserschutz - im Badener Bezirksblatt von 1878 war zu lesen: "Die Frage der Bachverbauung ist für Baden gewiss nicht ohne Interesse, um des Hochwasser einzudämmen."
Im Juli 1892 schrieb die Badener Zeitung bereits über die Auswirkungen fester Ufermauern in Weikersdorf und Baden. In der Badener Zeitung vom Dezember 1913 findet sich ein Bericht über eine "Klage aus dem Helenental". Die Eigentümer der Krainerhütte mussten den Steg über die Schwechat nämlich innerhalb von 15 Jahren acht Mal wieder aufbauen. Man stritt mit Forstverwaltung, Kurkommission und Gemeinden um die Errichtung eines Mitteljochs, das wegen der damals noch betriebenen Holztrift abgelehnt wurde. Viermal im Jahr hätte man einen Mann bei der Trift abstellen müssen, der das angestaute Holz vom Mitteljoch abstößt.
Bei einer Hochwasserkatastrophe im Mai 1951 drohte ein Stützpfeiler des Aquäduktes einzustürzen.

Jahrhunderthochwasser

Erich und Christl Dorffner beschreiben im "Buch über Alland" zwei Jahrhunderthochwasser des 20. Jahrhunderts. 1944 schwoll der Pöllerbach an und eine Flutwelle aus der Glashütten riss alles mit sich, was ihr im Weg lag. Darunter ein Ochsengespann mit 1.500 kg Getreide beladen. Einen Ochsen konnte man beim gedeckten Steg und den zweiten in der Feldgasse aus den Fluten bergen. Das Getreide war verloren.
Auch das Hochwasser 1997 traf den Ort besonders schwer. Teile des Gemeindearchivs wurden zerstört, die Brücke in Mayerling weggerissen und Alland war stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten. 2007 war die Flut zwar nicht mehr so katastrophal, da bauliche Maßnahmen das Wasser bändigten, aber es wurden bei einem Dammbruch zwei Container mitgerissen. Einer bis zur Krainerhütte, der andere blieb beim gedeckten Steg hängen. 2008 wurde das Rückhaltebecken fertiggestellt. 2013 wurde das Hochwasserschutzprojekt Pöllerbach fertiggestellt.

Die letzte Katastrophe

1997 herrschte aufgrund der anhaltenden Regenfälle in vielen Teilen Österreichs Ausnahmezustand. Auch die Stadt Baden blieb von der Hochwasserkatastrophe nicht verschont. Alle Brücken der Stadt mussten wegen des Hochwassers gesperrt werden. Baden war eine geteilte Stadt.
Das Hochwasser sorgte auch in Traiskirchen, Tribuswinkel und Wienersdorf für schwere Folgeschäden. Ein Millionen-Projekt zum Hochwasserschutz wurde aufgrund jener Katastrophe beschlossen und in drei Bauphasen realisiert. Baubeginn war im Herbst 2003. Das Vorhaben kostete rund 2,4 Millionen Euro. Die Kosten wurden zwischen Bund, Land und Gemeinden aufgeteilt. 2013 war Spatenstich für den letzten Bauabschnitt in Tribuswinkel.
Nächste Ausgabe Teil 4: Die Tiere im und am Bach.

Bei der Brücke zur Cholerakapelle wird die Durchflussmenge der Schwechat gemessen (siehe gelbe Markierungen am anderen Flussufer
Autor:

Maria Ecker aus Baden

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