Raumordnung steht zur Debatte:
Es geht um die Zukunft von Bad Vöslau

Der Garten des Hotel Stefanie wird zu Bauland gewidmet
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BAD VÖSLAU. Die derzeit zur Einsicht aufliegenden geplanten Veränderungen sollen das Bad Vöslau der Zukunft skizzieren. Aber viele sehen den Entwurf, der inzwischen schon öfter überarbeitet wurde, immer noch mit Sorge.

Streitpunkt Parkdeck

Ein Besorgter ist Erwin Holub. Er hatte letzten Winter schon musikalisch gegen den geplanten Parkdeck-Bau im Schlosspark mobilisiert. Nun hat er eine Unterschriftenaktion gestartet. Denn in dem Raumordnungsentwurf ist die Umwidmung der Asphaltfläche im Bereich Edgar Penzig-Franz-Straße in eine Verkehrsfläche festgeschrieben. Holub: "Der Bau eines Parkhauses im Zentrum widerspricht dem Erhalt von innerstädtischem Grün. Der Parkplatz belastet die Umgebung mit Schadstoffen und Lärm. Und zusätzlich ist ein Verkehrsinfarkt in den zu- und abführenden Straßen zu erwarten." Besser wären dafür der Parkplatz beim Heurigen Buchart oder die alte Abfüllanlage in der Bahnstraße. "Die Asphaltfläche im denkmalgeschützten Schlosspark soll lieber renaturiert werden."
So wie der Bau eines Parkdecks im Zentrum würden auch andere "Widmungen" das Stadtbild und die Umgebung von Bad Vöslau verändern: etwa im Bereich Harterberg, wo Freihalteflächen für eine Straße zwischen A2 und nahem Industriegebiet vorgesehen sind. Eine weitere Verbauung der Hügelgasse, des Villenviertels Oberkirchengasse, des Gartens vom Hotel Stefanie, des Weingartens in der Florastraße oder eines Teiles vom Kurpark hinter der Residenz werden ermöglicht. Weitere künftig mögliche "Eingriffe" betreffen College Garden, Thermalbad, Chwala Kompostieranlage oder das Betriebsgebiet Nord.

17 Seiten Sammeleinspruch

Die politische Herausforderung war es, jene Punkte zu finden, die auf Ablehnung aller Oppositionsparteien (ÖVP, Grüne, SPÖ, FPÖ, NEOS) stoßen. So entstand ein 17-seitiger "Sammeleinspruch" (mit dem Thema Parkdeck und weiteren 19 Kritikpunkten), der noch bis 12. November entweder in der Buchhandlung "KuLi" oder im Grünen Büro (Mo - Fr, 18 - 19 Uhr) unterschrieben werden kann. Es lohnt sich jedenfalls, ausführlich drauf zu schauen. Die Punkte können auch einzeln unterschrieben werden. Die Kern-Kritik lautet: "Es gab keinerlei öffentliche Diskussion. Willkürlich festgesetzt wurde beispielsweise, dass Bad Vöslau im Jahr 2033 16.000 Einwohner haben soll. Wollen wir das wirklich?"

Aus für Gainfarn-Umfahrung?

Der Raumordnungsentwurf birgt über den Sammeleinspruch hinaus auch noch andere interessante Punkte. So etwa wurden die Freihalteflächen für die über Jahrzehnte viel diskutierte Gainfarn-Umfahrung gestrichen, ihr "Ende" damit besiegelt. Die einen freut's, andere wieder - wie Franz Witasek - sehen dadurch das Aus für eine "Gesamtverkehrslösung" für Bad Vöslau. Witasek, Sprecher der Bürgerinitiative Wr. Neustädterstraße: "Erst Autobahnanschlüsse bauen und dann den Zubringerverkehr von bis zu 20.000 Autos am Tag den Anwohnern in Badenerstraße, Hochstraße und Wr. Neustädterstraße zuzumuten, ist keine Dauerlösung. Witasek (franz.witasek@gmx.at) kämpft weiter für eine ortsnahe Gainfarn-Umfahrung mit Stichstraßen. Er hat dabei viele Befürworter, aber auch Gegner.

Einsicht in Coronazeiten

Die Einsicht in den Entwurf der Raumordnung ist bis 13. November online auf badvoeslau.at möglich oder auch direkt am Bauamt, dort allerdings coronabedingt nur gegen Voranmeldung und Bekanntgabe der Kontaktdaten. Das Bauamt erteilt gerne auch telefonische Auskünfte.

Update vom 9. November 2020:

Zum Thema Gainfarn-Umfahrung erreichte uns eine Stellungnahme der NEOS Bad Vöslau, von Gemeinderat Alexander Laimer-Netsch:

Wir NEOS Bad Vöslau halten die Streichung der Freihalteflächen für die Gainfarner Umfahrungsstraße für einen Fehler. Es heißt nicht, dass wir zwingend für diese Umfahrung sind. Es ist ein Faktum, dass wir in Bad Vöslau ein enormes Verkehrsaufkommen haben. Bisher gibt es auch kein Verkehrskonzept, um dieses Aufkommen in den Griff zu bekommen. Mit der Streichung der Flächenreservierung, nehmen wir der Stadt jegliche Möglichkeit auf Alternativen. Wenn man In der Geschichte ins Jahr 2000 zurückblickt, gab es eine Unterschriftenaktion, die eine Befürwortung von über 6000 Bürgerinnen und Bürgern mit sich brachte. Wenn man diese Zahl mit der Gemeinderatswahl 2020 vergleicht, übersteigt diese Beteiligung die Anzahl der gesamt abgegebenen Stimmen (5.888). Wir entnehmen dieser Tatsache, dass es damals einen klaren Auftrag der Bürgerinnen und Bürger gab. Wir befinden uns jetzt im Jahr 2020, der Verkehr und der Leidensdruck der Anrainer sind größer geworden. Trotzdem sollen die Freihalteflächen für die Umfahrung jetzt, ohne dass es ein Konzept für eine Entlastung gäbe, ersatzlos gestrichen werden. Wir finden es schade, dass die Bürgerinnen und Bürger hier nicht um ihre Meinung gefragt werden. Wir haben in den letzten Wochen mit einigen Bad Vöslauerinnen und Bad Vöslauern gesprochen und es gab durchaus gute Ideen, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann. Wir werden diese Ideen gerne mit dem zuständigen Verkehrsstadtrat teilen und hoffen, dass die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger gehört werden.

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