Schließung des ökumenischen Kindergartens in Baden
Kirchen geht das Geld aus, Eltern fühlen sich "überfahren"

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BADEN. Den Kirchen geht das Geld aus. Der ökumenische Kindergarten in der Schimmergasse wird deshalb geschlossen. Jetzt schon um ein Jahr früher als geplant, nämlich am 4. September.
Der Eigentümer des Gebäudes ist die evangelische Kirche, die den Mietvertrag kündigte. Pfarrer Wieland Curdt: "Das Gebäude in der Schimmergasse, das nicht nur den Kindergarten, sondern auch das ehemalige Pfarrheim und zwei Wohnungen beherbergt, deren Mietverträge Ende 2020 auslaufen, ist schlicht desolat. Es regnet durchs Dach und Fenster sind undicht, Sanierungen zu kostspielig für unser knappe Budget. Auch mit einer Beteiligung der Eltern wäre sich das nicht ausgegangen." Was mit dem Gebäude zukünftig passiert, darüber wird gerade diskutiert. Verkauf an einen Bauträger ist nur eine Option, mehr will Curdt dazu nicht sagen.

Eltern überrumpelt

Dass die Schließung nun - die Eltern sagen "überfallsartig" - schon so früh kam, ist auf die Kündigung der beiden bei der Pfarre St. Christoph angestellten Pädagoginnen zurückzuführen, die sich erfolgreich um einen Job als Landesangstellte beworben haben. Die Erzdiözese Wien schließt im übrigen alle ihre niederösterreichischen Kindergärten. Auch hier die Ursache: Geldmangel aufgrund von Kirchenaustritten und Einnahmenverlust wegen Corona.
Überrumpelt fühlen sich die Eltern der derzeit noch 25 Kinder, die über den Sommer noch im ökumenischen Kindergarten betreut werden. "Der Schock kam am 24. Juli. Beim Elternabend wurden wir über die Schließung im September 2021 informiert. Finanzielle Engpässe wurden auch uns als Grund genannt. Wir wollten uns sogar an möglichen Kosten beteiligen, weil wir dieses tolle pädagogische Angebot im Kindergarten aufrecht erhalten wollten," schreibt Robert Thurner. "Leider war unsere Initiative vergeblich. Der nächste Schock kam nur drei Tage später. Da wurden wir vor die Tatsache gestellt, dass der Kindergarten schon per 4. September 2020 schließt. Innerhalb eines Monates wurde ein toller Kindergarten quasi zerstört."

Ball bei der Gemeinde

Der Ball und alle Hoffnung der Eltern liegt nun bei der Stadtgemeinde Baden. "Wir hoffen, dass es gelingt, im Kindergarten beim Doblhoffpark eine neue Gruppe zu eröffnen, in der unsere Kinder dann gemeinsam betreut werden können. Damit sie wenigstens ihre Freunde beibehalten können", so ein Vater. Seitens des Bürgermeisters heißt es: "Der Platz für die neue Gruppe ist geschaffen. Wir warten jetzt nur noch auf die notwendige offizielle Kommissionierung durch das Land."

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