Stift Heiligenkreuz präsentiert Glasfenster, Krippenfiguren und Musik
Neues und Erneuertes aus den Sammlungen

4Bilder
  • Foto: www.stift-heiligenkreuz-sammlungen.at // Elisabeth Fürst
  • hochgeladen von Christine Hollmann

Schon zum zweiten Mal nach 2017 gab der Kustos diverser Sammlungen des Stiftes Heiligenkreuz, P. Roman Nägele OCist,  Einblicke in den Bestand und die Entwicklungen. 
Im vorigen Jahr waren am Nationalfeiertag die Handschriftensammlung, die Münzsammlung und Bestände des Musikarchivs vorgestellt worden. Heuer standen neben der Musik Glasfenster und Krippenfiguren im Mittelpunkt.

Wertvolle Schenkung: Glasfenster-Entwürfe

Beim Betreten des Kaisersaales wurden die Blicke der Gäste gleich von den ersten ausgestellten Objekten angezogen: von Aquarell-Entwurfzeichnungen von Wolfgang H. Klaus aus dem Atelier von Rudolf Geyling, die für die um 1900 neu einzusetzenden Glasfenster des Heiligenkreuzer Kreuzganges in Originalgröße angefertigt worden waren. Prof. Giulio Superti-Furga ersteigerte 2017 im Dorotheum in Wien ein Konvolut von 17 Zeichnungen.
Großzügige Schenkung von Giulio Superti-Furga
Nach Konsultierung des Käufers durch den Kustos des Stiftes hat sich die Schenkung an Heiligenkreuz ergeben. Für diese Großzügigkeit ist das Stift sehr dankbar. Das Stift Heiligenkreuz ist nun im Besitz von den Entwurfzeichnungen, die in Hinkunft für wissenschaftliche Forschungen und Restaurierungen herangezogen werden können. „Natürlich fühle ich mich sehr geehrt, einen winzigen kleinen Beitrag zur Erhaltung der Geschichte von Stift Heiligenkreuz beitragen zu dürfen,“ schrieb Prof. Giulio Superti-Furga in seinem Grußwort.

Universität für angewandte Kunst: nutzbringende Zusammenarbeit

Frau Univ.-Prof. Dr. Gabriela Krist, die Leiterin des Institut für Konservierung und Restaurierung an der Universität für angewandte Kunst, betonte in ihrem Grußwort, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit dem Stift Heiligenkreuz ist, da die Studierenden so praxisnah an Projekten arbeiten können. Diesen glücklichen Umstand betonte Abt Maximilian Heim OCist in seinem einleitenden Grußwort und bedankte sich für die Zusammenarbeit.

Restaurierte Glasfenster im Kreuzgang
Vor den ausgestellten Entwurf-Zeichnungen präsentierte Angela Vorhofer, Studentin von Frau Dr. Krist, in einem informativen Vortrag mit zahlreichem Bildmaterial, wie sie in den letzten Monaten Sprünge und ausgebrochene Teile in zwei von diesen Fenstern restaurierte, die Vorher-Nachher-Bilder zeigten die faszinierenden Ergebnisse.

Restaurierte Krippenfiguren
Ein weiteres Projekt ist die Restaurierung von Figuren der sogenannten Lentner-Krippe, die P. Roman, verpackt in Kisten, gehoben hat: die Figuren (es sind insgesamt 90 Stück vorhanden) bilden Szenen aus dem Leben Jesu, zählen zu wertvollem Kunsthandwerk und gehören konservatorisch sichergestellt. Momentan sind die Verkündigung an den Hirten, Maria und Josef mit dem Engelschor und der Zug der hl. Drei Könige zum Großteil fertiggestellt.
Sophie Krachler und Caroline Göllner berichteten begeistert von ihrer Arbeit von der ersten Sichtung über die Arbeit an den Wachsköpfen, Holzgliedmaßen, am Drahtgestell, Kleidung, Augen… bis hin zur Fertigstellung und zum heiklen Rücktransport nach Heiligenkreuz.
Auch hier zeugen Fotos aus diversen Stadien der Arbeit von Aufwand, Qualität und Erfolg.
Letzter Schritt war es, die Figuren aussagekräftig und wirkungsvoll zu positionieren – so konnten die Besucher am Schluss der Veranstaltung die wachsende Depotaufstellung im Stiftsmuseum bewundern.

Passende Musik aus dem stiftseigenen Archiv

Einen musikalischen roten Faden knüpften Florian Wieninger und sein Ensemble dolce risonanza: Die Experten für Alte Musik auf alten Instrumenten spielten Musik aus dem Heiligenkreuzer Musikarchiv. Sie begannen mit einer Sonata von P. Clemens Scheupflug OCist (18.Jh.), setzten bei Luigi Tomasinis Divertimento nocturno ein Baryton aus dem Stift Seitenstetten ein, ergänzten den Bericht über die Krippenfiguren mit einer Pastorella von Gregor Joseph Werner und Musik von Johann Georg Reutter.

Florian Wieninger präsentierte auch die momentan nicht bespielbare Glasharmonika aus dem Besitz des Stiftes. „Glasmusik“ hörbar werden zu lassen, ist ein Ziel.
Schließlich übergab Florian Wieninger Abt Maximilian noch ein Gastgeschenk: eine Ausgabe des „Oratorium Germanicum de Passione Domini“, 1726 [Die Grablegung Christi] von Georg Reutter d.J.
Diese Ausgabe soll den Bestand des Musikarchivs bereichern und ergänzen. Bisher war nur ein Fragment dieses Werkes im Musikarchiv vorhanden.

Prof. Hansjörg Rigger ergänzte den Nachmittag im Hinblick auf 100 Jahre Ende der Monarchie und Anfang der Republik mit Worten zum Begriff „Friede den Menschen auf Erden“. Die Friedensbemühungen Kaiser Karl I. und dessen Verbindungen zu Brixen standen im Mittelpunkt der Ausführungen.

Spätestens am nächsten Nationalfeiertag geht es weiter

P. Roman dankte allen, die am Zustandekommen des gelungenen Nachmittags beteiligt waren, und kündigte eine Fortsetzung im nächsten Jahr am Nationalfeiertag an – wieder mit anderen Themen und neuen Entwicklungen.

www.stift-heiligenkreuz-sammlungen.at

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen