Hilfeleistung
Starfotograf rettete 90-jährige Frau

Robert Rieger vor der Tür, hinter der die Frau verzweifelt um Hilfe schrie. Die Tür musste aufgebrochen werden.
  • Robert Rieger vor der Tür, hinter der die Frau verzweifelt um Hilfe schrie. Die Tür musste aufgebrochen werden.
  • Foto: Robert Rieger
  • hochgeladen von Gabriela Stockmann

Robert Rieger ist Fotograf von Stars und Sternchen, aber am 29. Juli zeigte er, dass er auch ein großes Herz für Menschen in Not hat.

WIENERSDORF (slorenz/gast).  Als er gegen 6.30 Uhr früh aufwachte, hörte er aus der Wohnung unter sich Schreie, intensive laute Schreie. Er lief das Stockwerk hinunter und klopfte an die Tür seiner Nachbarin, die "schon eine alte Frau war, als ich vor 20 Jahren in diese Wohnhausanlage eingezogen bin". Ihre Schreie wurden lauter, als sie merkte, dass jemand mit ihr Kontakt aufnahm. Die Tür war aber fest verschlossen. Die Wohnung liegt im Erdgeschoß, Robert Rieger schaute nach, ob gartenseitig ein Fenster vielleicht offen war. Nein. Alles fest zu. "Und total dicht, wir haben erst vor kurzem neue Fenster bekommen."

Rieger rief die Polizei

Robert Rieger ist selbst bei der Feuerwehr, und wusste was zu tun war: Er rief gleich einmal die Polizei, denn nur die Polizei kann eine Türöffnung verordnen. Und nur die Feuerwehr kann eine solche durchführen. Und so war es dann auch. Die Tür war schnell geöffnet, Einsatzkräfte und verständigte Rettung fanden die Frau am Boden liegend vor. Sie war aus dem Bett gefallen. "Sie hat einerseits so laut geschrien, weil sie Schmerzen hatte, andererseits hat sie um Hilfe geschrien", erzählt ihr Lebensretter den Bezirksblättern. "Die Frau war aber trotz dem Martyrium der langen Hilferufe und der Schmerzen ansprechbar, wenn auch geschwächt." Sie wurde ins Spital gebracht, wobei man sie eine Stunde lang dazu überreden musste. Robert Rieger hörte noch, dass sie Intensivbehandlung brauchte. Weitere Auskünfte hat er nicht mehr bekommen.

Kein Notrufarmband

Die Frau lebt allein, will kein Notrufarmband und akzeptiert überhaupt nur wenig Hilfe. Sie ist im Prinzip selbstständig, aber nur noch eingeschränkt beweglich. Erst vor wenigen Tagen feierte sie ihren 90. Geburtstag. "Seit ich hier lebe, ist sie nie allein außer Haus gegangen, zumindest habe ich sie nie gesehen, außer in Begleitung ihrer Tochter", weiß Robert Rieger noch. Was ihm aber am meisten zu denken gibt, ist die Tatsache, dass etliche Leute an diesem frühen Morgen auf ihren Balkonen zu sehen waren, und dass niemand auf die gut hörbaren Schreie der Frau reagierte. Robert Rieger hätte sich ein "Danke" seitens der nicht erreichbaren Angehörigen gewünscht. Er hatte schon einmal ein Erlebnis mit einer Nachbarin, die zwei Tage lang ohne Wasser und Essen in ihrer Wohnung lag und keine Kraft mehr zu schreien hatte. "Diese Frau wurde nur durch Glück noch rechtzeitig gefunden", so Rieger, der schließlich am 29. Juli zwei Stunden zu spät zu seinem ersten Termin kam. Nachtrag: Die Frau ist seit 8. August wieder zuhause.

Autor:

Gabriela Stockmann aus Baden

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