Komponist ist der Badener Wolfgang-Michael Bauer:
"Tripelkonzert" erlebte seine Welturaufführung

Das Badener Klaviertrio mit dem Komponisten (r.) und dem applaudierenden Dirigenten nach der Welturaufführung
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Eine Welturaufführung erlebte das Badener Musikpublikum am 19. Mai im Casino-Festsaal. Die Beethoven Philharmonie, dirigiert von Orchestergründer Thomas Rösner, spielte Wolfgang-Michael Bauers "Tripelkonzert", eine Auftragskomposition des Landes NIederösterreich. Die Soloparts kamen vom Klaviertrio der jungen Badener Musikfreunde: Michael Capek (Klavier), Carola Jonas-Krebs (Violoncello) und Antonia Rössler (Violine). 

BADEN. Wer ist Wolfgang-Michael Bauer? Im Einführungsgespräch mit Musikvermittlerin und -wissenschaftlerin Esther Planton verriet der 35-jährige Badener, dass er am Haydnkonservatorium in Eisenstadt (wo er heute unterrichtet) und an der Musikuniversität Bratislava studierte und dort schon frühe Kompositionserfahrungen sammeln konnte. "Die Studierenden haben sich dort ihre Konzerte sehr gut selbst organisiert und ich durfte oft eine Komposition beisteueren." Der Oeynhausner siedelte sich schließlich in Baden, das er aus seiner Kindheit kannte, an und schätzt hier eine "gewisse Ruhe und dass man schnell viele Leute kennen lernen kann."

So wurde komponiert

Das Tripelkonzert sei über ein Jahr vorwiegend am Computer entstanden, wobei Ideen und Einfälle auch ganz analog auf Zetteln notiert wurden. Er selbst ordnet sich der "Klassischen Moderne" zu. So ist das äußerst rhythmische und tänzerisch bis treibend angelegte Werk in drei Sätzen aufgebaut. Zwischen dem Orchester und dem Klaviertrio gibt es ständig rasante Übergänge, eine Herausforderung für jeden einzelnen Musiker und jede einzelne Musikerin auf dem Podium. Mit seinen Kompositionen will Wolfgang-Michael Bauer Geschichten erzählen, nicht eine herkömmliche Geschichte mit einer Hauptfigur, sondern eine Geschichte, die beim Hören entsteht. "Aus Altem ausbrechen und die Frage stellen, wie es weiter geht mit der Kunst", sei sein Anliegen.

Herausforderung für Musiker und Publikum

Die Hörgewohnheiten des Publikums wurden durchaus auf die Probe gestellt. Die Reaktionen reichten von "euphorisch" bis "skeptisch". "Es tut gut, einmal etwas Neues zu hören", erzählt eine ältere in Baden lebende gebürtige Holländerin. "Große Momente" konstatiert der Neffe des Dirigenten. "Fantastisch, vor allem diese musikalischen Bewegungen vom Trio zum Orchester und wieder zurück", urteilt Musikliebhaber und Fotograf Christian Schörg.
Die Welturaufführung war eingebettet in Felix Mendelssohn Bartholdys "Hebriden"-Ouvertüre und in - wie könnte es in der Beethovenstadt Baden anders sein - Beethoven, nämlich in dessen tänzerische Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92. Alle drei Werke dieses Abends boten für ihre Zeit musikalische Innovationen: Die Hebriden-Ouvertüre (aus 1829) ist erstmals ein eigenständiges Musikstück, das nicht zu einer Oper gehört, Wolfgang-Michael Bauers Tripelkonzert bietet ein ungewöhnliches temperamantvolles Wechselspiel zwischen Solisten und Orchester, und die Beethoven-Sinfonie war mit ihrem starken Fokus auf die Rhythmik wohl eine Herausforderung für die Hörgewohnheiten des Jahres 1811.

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