Wie ticken Vögel wirklich?

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Hochintelligente Kolkraben und neugierige Keas haben im Haidlhof Vöslaus ein neues Zuhause gefunden. Eine neue Forschungswelt der Kognitionsbiologie wurde am 10. November eröffnet.
HAIDLHOF/BAD VÖSLAU (zedl). Im Rahmen einer erfolgreichen Kooperation zwischen der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien wurde am Haidlhof in Bad Vöslau eine Forschungsstation für Kognitions-biologie – bestehend aus Kea- und Rabenvolieren, Wildgehegen, einem Multifunktionslabor und einem Bioakustiklabor – errichtet und am 10. November feierlich eröffnet. An diesem neuen Standort forscht das Department für Kognitionsbiologie der Uni Wien, eine der weltweit stärksten Arbeitsgruppen zur Erforschung der Intelligenz bei Tieren. Ludwig Huber, Tecumseh Fitch und Thomas Bugnyar vom Department für Kognitionsbiologie der Uni Wien führen das neue Forschungsprojekt.

Zur Intelligenz von Vögeln
Können sich Tiere in die Lage anderer versetzen, wie werden Gruppen gebildet und wie finden diese Tiere zu Problemlösungen? Diesen und vielen anderen Fragen aus der Kognitionsforschung gehen die Fachexperten am Haidlhof auf den Grund. Besonders im Fokus soll dabei aber die Kommunikation der beiden Vogelarten liegen. Keas, neuseeländische Papageien, und Kolkraben haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Neben den neuen Forschungsvolieren (1.200 m²) steht ein großes Akustiklabor für Forschungsprojekte zur Bioakustik.

Aushängeschild der interdisziplinären Forschung
Die Freude bei Dr. Sonja Hammerschmid, Rektorin der Vetmeduni Vienna, und Univ.-Prof. Dr. Heinz W. Engl, Vizerektor der Uni Wien, am offiziellen Eröffnungstag war groß, gilt es doch, in finanzärmeren Zeiten wie diesen Synergien mehr zu nutzen, wie Dr. Hammerschmid in ihrer Laudatio betonte: „Wir wollen solche Kooperationen noch mehr ausbauen.“ Auch Vizerektor Dr. Engel freute sich über das neue „Aushängeschild der interdiszplinären Forschung“ in Bad Vöslau und darüber, dass hochkarätige Professoren an diesen Standort berufen werden konnten: „Auf der Internationalen Landkarte wird man vom Haidlhof in Zukunft sprechen.“ Auch „Hausherr“ Bürgermeister Christoph Prinz freut sich, dass der Haidlhof damit aus seinem „langen Dornröschenschlaf“ aufgewacht sei, und die Gebäude revitalisiert und mit der Station für Kognitionsbiologie neu in Szene gesetzt wurden. Und zu den neuen Vögeln im Ort meinte der Stadtchef: „Wir haben die Keas und Kolkraben in kürzester Zeit ins Herz geschlossen.“

Hochkarätig besetzt
Ludwig Huber, Leiter des Departments, verbindet seit 20 Jahren Zugänge aus vergleichender Kognitionsforschung, evolutionärer Erkenntnistheorie, Lernpsychologie und Ethologie. Seine Arbeiten: Untersuchungen zur Kognition von beispielsweise Schildkröten, Tauben, Hunden, Keas, uvm.
Tecumseh Fitch ist ausgebildeter Biologe und Kognitionsforscher. Seine Schwerpunkte: Biolinguistik und Bio-Musikologie.
Thomas Bugnyar, Experte im Bereich der sozialen Kognitionsforschung, war einer der ersten Forscher, der kognitive Fähigkeiten im Feld und Labor untersuchte. Derzeit untersucht er die Fähigkeiten von Raben, etwa im Verständnis und Gebrauch von sozialen Beziehungen und Kooperation.

Die Generalisten
Der Kea ist ein winterfester Großpapagei, der in freier Wildbahn nur entlang des Neuseeländischen Alpenkamms lebt. Etwa 45 Zentimeter lang und mit olivgrünem Federkleid bedeckt, gilt er als verspielte Vogelart. „Keas sind die Techniker der Vogelwelt. Einerseits weisen sie eine der langsamsten Jugendentwicklungen auf, andererseits sind sie hochinnovative, opportunis-tische Generalisten“, erläutert Huber.
Die Taktiker
„Raben sind die Taktiker der Vogelwelt. Sie haben ein hochintelligentes Management, um Futterverstecke anzulegen und zu plündern“, erklärt Huber, „dies führt einerseits zu einer intensiven Kommunikation und Kooperation, andererseits zu gewieften Täuschungsmanövern.“

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