Hainburg: Neuer Kampf um die Au

palmwedeln, weihrauch und lorbeer: satirische protestaktion am 2. märz in der hainburger au.
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HAINBURGER AU. Ein besonderer Bautrupp der Umweltorganisation „Virus“ traf am Freitag, 2. März, in der Au auf Vertreter der regierungseigenen Schifffahrtsgesellschaft „via donau“. Die Herren besichtigten zu dem Zeitpunkt das Areal einer von ihnen geplanten Baustelle für einen so genannten „Naturversuch“, der den Umweltschützern missfällt.
„Das Projekt wurde zwar im Dezember bewilligt, jedoch unter Missachtung vieler ökologischer Kriterien“, sagen die Sprecher der Umweltorganisation "Virus", Wolfgang Rehm und Günter Schobesberger. „Den Weihrauch haben wir mitgebracht, weil sich die Bauherren aller Widerstände zum Trotz für dieses Projekt so gerne selbst beweihräuchern.“
„Virus“ stößt sich auch daran, dass gerade jetzt, wenn die Natur erwacht, in der Au die Bagger auffahren sollen.

3 Kilometer „Versuchs-Zone“
Konkret geht es bei dem rund 15 Millionen teuren „Naturversuch“ um Regulierungsmaßnahmen an der Donau, die nach Meinung von „Virus“ gute ökologische Ansätze (Ufer-Rückbauten) mit harten Eingriffen in das sensible Ökosystem der Au und des Donau-Stroms (mehr Wassertiefe) verbindet. Drei Kilometer lang ist die Versuchsstrecke, gerade kurz genug, um nicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen werden zu müssen. Schützenhilfe bekommen die Naturschützer auch von den Landes-Grünen, die ebenfalls schon seit Jahren massive Bedenken äußern. Denn das Projekt bei Hainburg ist nur Teil eines Donauregulierungs-Großprojektes zwischen Wien und Bratislava. Die grüne Umweltsprecherin Dr. Helga Krismer meint: „Die Schifffahrt soll sich der Donau anpassen und nicht umgekehrt.“
Weniger kritisch sieht der WWF das Projekt: „Es handelt sich um einen Versuch. Die Ergebnisse werden Auswirkungen auf das Großprojekt haben, das sich noch im UVP-Verfahren befindet. Darauf wird auch der WWF achten.“ Das „Großprojekt“ soll übrigens 300 Millionen kosten, zahlreiche Beschwerden dagegen sind bei der EU eingereicht. Für Alt-Au-Kämpfer Günter Schobesberger gibt es kein Wenn und Aber: „Lassen wir in der Au die Natur arbeiten und nicht Bagger und Baufirmen.“

Zur Sache:
Geschichte: 1984 verhinderte breiter Protest den Bau eines Kraftwerks bei Hainburg. In der Folge entstand der Nationalpark Donau-Auen, für den strikte Umweltregeln gelten. Umweltschützer des 21. Jahrhunderts spielen auf damals an.
Donauregulierung Großprojekt: Seit 2005 wird ein mit 300 Millionen Euro teures Donauregulierungsprojekt zwischen Wien und Bratislava per Umweltverträglichkeitsverfahren geprüft. Befürworter sprechen von Öko-Maßnahmen für die Au. Kritiker befürchten, dass die Donau auf Kosten der Natur für die Schifffahrt besser nutzbar und kontrollierbarer gemacht werden soll.
Naturversuch bei Hainburg: Im Dezember bewilligte das Land die nun „Pilotprojekt“ genannte Donauregulierung bei Hainburg (15 Mio.) Umweltschützer kritisieren, dass nur ein einziges Projekt ohne Alternativen in Betracht kam.

Buchtipp für alle, die sich mehr über die Hintergründe interessieren
"Rettet die Donau" - Schifffahrtskanal oder lebendiger Fluss. Herausgegeben vom Umweltdachverband. www.umweltdachverband.at, Tel. 01-40113

Lesen Sie auch http://regionaut.meinbezirk.at/bad-voeslau/politik/macht-euch-die-donau-untertan-d144773.html

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