Ein Monat China
Meine Auszeit in China - am Fuße der Wudang Berge

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Im August 2018 nahm ich an einem Tai Chi Workshop (Wu Dang Tai He Quan) in der Wudang Kung Fu (Akademie) Wien mit Master Chen Shiyu (CHN) teil. Kurz danach bot sich mir die Gelegenheit 1 Monat nach Wudang zu reisen und dort in der Wudang Daoist Traditional Kungfu Academy bei Master Yuan Xiu Gang zu trainieren. Ich überlegte nicht lange und bereitete alles vor, um mir im Mai 2019 ein ganzes Monat eine Auszeit zu gönnen.
Am 2. Mai 2019 ging es los, um 6:55 Uhr startete mein Flug mit Zwischenstopp in Amsterdam nach Peking, wo wir eine Nacht verbrachten, bevor wir mit  dem Zug weiter nach Wudangshan reisten.
Peking eine Stadt mit über 21 Mio. Einwohnern und einer Fläche von mehr als 16 km², ein unglaubliches Gefühl in so einer riesigen Stadt zu sein.
Unser Hotel befand sich gleich beim Temple of Heaven und unweit von Qianmen, also einigten wir uns, diese 2 Ausflugsziele zu besuchen. Der Tempel of Heaven mit seiner Parkanlage ist UNESCO-Welterbe und Qianmen ist ein altes Stadttor, welches die "Tartarenstadt" von der "Chinesenstadt" trennte. Heute befindet sich hinter diesem Stadttor ein Einkaufszentrum, welches 2008 neu erbaut wurde.

Am nächsten Tag startete die 17 stündige Zugfahrt nach Wudangshan. Harte Liegeflächen, Instantsuppe und viel Zeit zum aus dem Fenster schauen.

Endlich am Ziel, wir beziehen unsere Unterkunft. Ein einfaches Zimmer mit gemeinsamen Waschraum am Gang, welchen ich mit Julia und Philipp, zwei aus unserer Reisegruppe teile. Ich bin zufrieden und freue mich schon auf die erste Nacht, denn die Anreise war sehr anstrengend. Kein Schlaf im Flugzeug, etwas Erholung im Hotel in Peking und dann noch eine schlaflose Nacht im Zug. Doch bis zum Abend ist noch etwas Zeit und wir gehen in den nächsten Supermarkt einige Dinge einkaufen. Unglaublich, was da alles angeboten wird, aber seht selbst.....

Es geht los, der erste Trainingstag beginnt. So sieht der Trainingsplan aus:
6:00 - 7:00 Qi Gong
7:30 Frühstück
8:30 - 11:00 Training 1
11:40 Mittagessen
15:00 - 17:00 Training 2
19:00 - 20:00 Meditation
15 Minuten vor dem Training sollte man anwesend sein und mit dem Aufwärmen beginnen.
Mittwoch Nachmittag und Donnerstag Ganztags sind frei.
Bilder vom Training in der Wudang Academy
Ich habe mich schnell an den neuen Tagesrhythmus gewöhnt und das tägliche Training macht mir sehr viel Freude. Das Training 1 und 2 besteht jeweils aus Stretching einer Einheit Basistraining, welches aus allen Disziplinen der Wudang Kung Fu Schule besteht und der jeweiligen Form, für die man sich entschieden hat sie zu lernen. Ich habe mich für Wudang Tai Chi 13 entschieden. Laut Erzählungen der Wudang Mönche, ist die Wudang Tai Chi 13 Form mit Abstand die älteste, direkt von Zhang Sanfeng gelehrte Form.

Das Essen in der Schule ist für uns Europäer ungewohnt aber mir schmeckt es und ich vermisse nichts. Es gibt 3 mal täglich warmes, gut gewürztes Essen, mit frischem Gemüse, ein wenig Fleisch und viel Reis.
Manchmal gab es zum Frühstück Ölbrot, da musste man schnell bei der Essensausgabe sein, sonst war alles weg.

Am Abend war es bis auf die Frösche ruhig in der Schule. Wir trafen uns zum Plaudern, machten einen Spaziergang am angrenzenden Tai Chi Lake, schauten unseren Trainern zu, die Abends ihr Training absolvierten oder machten einen Ausflug in die angrenzende Stadt Wudangshan.

Ein paar Eindrücke aus Wudangshan.

An unserem freien Tag machten wir Ausflüge in die nahe Umgebung. Der schönste war in die Wudang Mountains. Die Wudang Mountains sind Weltkulturerbe, auf einer Fläche von etwa 400 km², mit 72 Gipfeln von dem der höchste 1612 m hoch ist. Wir wanderten das Monkey Valley über 5 Stunden bergauf zu den Tempeln in den Wudang Mountains. Dort besuchten wir unter anderen den Tempel Golden Summit.

Zurückblickend auf dieses Monat in China, kann ich nur sagen, es war körperlich sehr intensiv, durch das tägliche Kung Fu Training, aber ansonsten war es extrem erholsam, denn es ist ein absoluter Luxus, sich einfach nur seinem Training zu widmen und den Alltag zu Hause zu lassen. Ich bin froh, dieses Experiment 1 Monat Auszeit in China gemacht zu haben und kann nur sagen, es war hoffentlich nicht meine letzte Reise dieser Art.

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