Berndorfer lief in New York

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BERNDORF/NEW YORK (les). Der Berndorfer Matthias Bauer ist leidenschaftlicher und ambitionierter Hobbyläufer. Bisherige Leistungen: Thermentrophysieger 2015 in der Klasse M30, Gesamtsieger beim Regionslauf Berndorf und Berndorfer Meister 2015, Bestzeit Marathon 2:49:36 (Linz 2015). Ende 2015 erfüllte er sich einen lange gehegeten Wunsch und lief beim New York Marathon mit. Im Folgenden berichtet Bauer über dieses Erlebnis, das ihm noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Anreise
Nach einer aufgrund von Krankheit zweimal unterbrochenen und somit eher durchwachsenen Vorbereitung, flog ich am Freitag, dem 30.10., also zwei Tage vor dem Marathon, gemeinsam mit meiner Frau Dorothee, nach New York. Selbst Läuferin, ist sie nach New York jedoch nur als „Edelfan“ und Sponsor mitgeflogen. Ihr in Berndorf ansässiges Grafikstudio delicioussign e.U. sponsert durch Übernahme der Startgebühren und Stellung der notwendigen Ausrüstung bereits seit einigen Jahren meine Laufleidenschaft.

Die Marathonmesse
Direkt nach unserer Ankunft im Hotel machten wir uns auf den Weg, um auf der Marathonmesse die Startunterlagen abzuholen. Bei der Ankunft auf dem Messegelände wurde mir erstmals die riesige Dimension dieses Marathons bewusst. Über mehrere Tage wurden hier Tausende Menschen gleichzeitig mit allen nötigen Unterlagen und Informationen zum Marathon versorgt. Ein überwältigendes Gefühl – Menschen aus der ganzen Welt, mit einem gemeinsam Ziel, eine friedliche und frohe Botschaft laufend in die Welt zu tragen, Glaube, Geschlecht, Nation – nichts spielt eine Rolle. Die Abwicklung und der professionelle Service durch die Mitarbeiter und Volunteers des Marathons sucht dabei wohl weltweit seinesgleichen. Trotz des riesigen Andrangs hatte ich innerhalb kürzester Zeit alle notwendigen Startunterlagen und Informationen.

Pasta-Party am Vorabend
Bevor es am Sonntag ernst wird, sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen, an der am Vortag stattfindenden Pasta Party, im Zielgelände des Central Parks, teilzunehmen. Tolle Stimmung, ein fetziges Rahmenprogramm und herzliche Menschen sind hier neben einem wirklich schmackhaften Essen garantiert.

Am Marathonmorgen
Der New York Marathon ist ganz sicher nichts für Langschläfer. Die Anreise und Wartezeit im Startgelände sind gegenüber anderen Marathons um ein Vielfaches höher. Allein um zum Startgelände auf Staten Island zu gelangen, benötigt man aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen und angesichts Anreise mit verschiedensten Verkehrsmitteln (Subway, Fähre, Sonderbusse) ca. drei Stunden.

Der Start
Im Startgelände kann man sich dann mit Kaffee, Donuts und auch isotonischen Getränken, Riegeln und Kohlenhydratgels versorgen, bevor es zur Startlinie geht. Aufgrund einer Marathonbestzeit unter 2:55 Stunden bekam ich einen Startplatz im ersten Startblock zugeteilt, wodurch ich ganz nah ans Geschehen der Profiläufer herankam. Spätestens bei der Vorstellung der Top-Favoriten und dem Spielen der Amerikanischen Hymne steigen Adrenalinspiegel und Herzschlag in die Höhe. Beine und Körper wollen jetzt laufen und die unzähligen Trainingskilometer in zählbaren Erfolg umwandeln. „On your marks“ ertönt es aus dem Lautsprecher, gefolgt vom Startschuss. Zu den Klängen von Frank Sinatras „New York, New York“ setzt sich die riesige Läuferschar in Bewegung.

Die erste Hälfte – Adrenalin und Euphorie
Gleich zu Beginn des Marathons steht der längste und höhenmetermäßig härteste Anstieg des Laufes an, die Verrazano-Narrows-Brücke, bei einer Spannweite von 3km weist sie eine für einen Marathon durchaus beachtliche positive Höhendifferenz von 50m aus. Auch wenn ich mir fest vorgenommen hatte, diese ersten Kilometer mit der nötigen Zurückhaltung anzugehen, wurde ich angesichts des Panoramas, der direkt neben mir startenden Profis und der allgemein euphorisierten und elektrisierten Stimmung des Läuferfeldes angesteckt, wodurch ich die ersten Kilometer eindeutig zu schnell anging. Die Euphorie steigerte sich noch als ich nach Kilometer 3 den Stadtteil Brooklyn erreichte. Von hier an, hat man mit Ausnahme der noch ausstehenden 4 Brücken ein durchgängiges mehrreihiges Zuschauerspalier am Rand und diese machen eine Riesenstimmung. An nahezu jeder Straßenkreuzung spielen Bands oder DJs legen auf. Die erste Hälfte legte ich in einem regelrechten Euphorierausch zurück. Die Halbmarathonmarke überquerte ich mit einer Zeit von 1:23h und damit ca. 4 Minuten vor meinem Plan, die Ziellinie zwischen 2:54h und 2:57h zu überlaufen. Doch bereits jetzt wurde mir klar, dass dies hinten raus sehr hart und schmerzhaft werden würde.

Die zweite Hälfte – Kampf und Erleichterung im Ziel
Mein Tempo lies nun merklich nach und unerwarteter Weise erwiesen sich die nun folgenden Kilometer durch Manhattan als weit hügeliger als angenommen. Jeder Marathonläufer weiß, dass der eigentliche Marathon erst auf der zweiten Hälfte beginnt. Ab Kilometer 25 verspürte ich bereits starke Ermüdungserscheinungen und schwere Beine. Jetzt wurde es hart. Jeder Kilometer wurde zum kleinen Zwischenziel. Eine Taktik, welche ich mir bei meinen vielen Läufen, vor allem den langen Trainingseinheiten angeeignet habe, wurde nun meine Überlebensstrategie. So konnte ich letztlich einen kompletten Einbruch vermeiden und nach etwa 2h55min bog ich voller Glücksgefühle auf die Zielgerade ein. Getragen von den eigenen Glücksgefühlen und den unermüdlichen Anfeuerungen der Zuschauermassen legte ich die letzten Meter hinein ins Ziel zurück, welches ich nach 2:57:42h erreichte. Damit blieb ich zwar eher im oberen Bereich meiner Zielstellung, was ich jedoch angesichts der sehr harten Strecke trotzdem als großen Erfolg werte.

Freude im Ziel
Nach dem Zieleinlauf ist eine recht große abgesperrte Strecke zurückzulegen, bevor man in die Family Reunion Zone kommt, wo man seine Liebsten wiedertrifft. Für mich bedeutete dies meine Frau in die Arme nehmen zu können und für ihre tolle Unterstützung, das Verständnis für meine Laufleidenschaft und die mit dem vielen Training verbundenen persönlichen Entbehrungen der letzten Wochen zu danken. New York war ein einmaliges Lauferlebnis und ich bin stolz mit meiner Leistung die Region und insbesondere die Stadt Berndorf bestmöglich vertreten zu haben. Unter über 50.000 Teilnehmern konnte ich den 611. Platz erreichen!

Fazit: Ein „Once in a life“ Erlebnis, welches man immer wieder erleben möchte!

Autor:

Markus Leshem aus Schwechat

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