03.07.2017, 11:15 Uhr

Maria Bill: Liebeserklärung an Paris im Thermalbad Vöslau

Bad Vöslau, 2. Juli 2017. Als Maria Bill am Ende ihres Lese-Konzerts am Freitag, 30. Juni, „Je ne regrette rien” von der Piaf in den Nachthimmel schmetterte, wurden unter den Damen im Publikum einige Taschentücher gezückt. Die Liebeserklärung an die Stadt, in der die gebürtige Schweizerin mit Anfang Zwanzig in der legendären Schauspielschule von Jacques Lecoq Unterricht nahm, war ein Streifzug durch die Literatur von Balzac bis Henry Miller, Anais Nin und F. Scott Fitzgerald, gekrönt von Songs, die Josephine Baker und Edith Piaf berühmt gemacht hatten.

„Ich kenne keine Künstlerin, keinen Künstler”, so Festival-Intendantin Angelika Hager, „die bzw. der sich mit solcher Leidenschaft und Akribie auf einen Auftritt vorbereitet. Wenn man mit Maria Bill arbeiten darf, ist man erst einmal erstarrt in Respekt, mit welchem Totaleinsatz sie sich in unser gemeinsames Abenteuer geworfen hat.”

Musikalisch begleitet wurde Maria Bill von Christian Hornek am Klavier und Krystzof Dobrek am Akkordeon. Der polnische Musiker hatte selbst, wie auch die Piaf selbst, auf der Straße mit einem aufgestellten Hut performt. Als Zugabe sang die Bill ein selbst geschriebenes Lied, in dem ein Mädchen, das „sich viel zu schön gemacht hat” im Café de Flore auf dem Boulevard Saint Germain über Stunden auf einen Herren wartet. Im Lied hatte er nur das Café verwechselt und wartete im Lokal nebenan, im wahren Leben ist er nie aufgetaucht. „Das tatsächliche Ende schien mir zu trist für mein Chanson”, so Maria Bill, „ein Mädchen auf viel zu hohen Schuhen, das sich aus Kummer betrinkt - nein, also habe ich mir das Leben einfach schöner geschrieben.“

DER SCHWIMMENDE SALON. DAS PROGRAMM:
14. Juli TV-Superstar Harald Schmidt liest Michel Houellebecqs Polit-Roman „Unterwerfung”
28. Juli Philipp Hochmair und seine Band „Elektrohand Gottes” performen Schiller-Balladen
18. August Burg-Schauspielerin Petra von Morzé und Österreichs coolster und meist beschäftigter Film-Mime Manuel Rubey lesen Arthur Schnitzler
25. August Nach dem fulminanten Erfolg von 2016 begeben sich Maria Happel und Christoph Grissemann in die Ehekomödien von Loriot.
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