03.04.2017, 22:34 Uhr

Arbeiten für Mahnmal begonnen: Eröffnung am 23. April

(Foto: ASAP)

Und auf Facebook wird sehr kontroversiell diskutiert.

BADEN. Die Abteilung Stadtgärten hat mit der Installation des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus am Josefsplatz begonnen. Es handelt sich um die 36 Seiten eines imaginären Davidsterns über der Stadt. Diese Installation wurde von einer unabhängigen NÖ-Jury der Abteilung Kunst im öffentlichen Raum auserkoren. Das Mahnmal vom Künstler Peter Kozek hat den Titel „Counterpoles/Widerstäbe“. "Damit hat sich die Stadtgemeinde Baden der Vergangenheit nach mehr als 70 Jahren endlich gestellt. Die zentrale Örtlichkeit soll uns Mahnmal für die Zukunft sein“, so Vizebürgermeisterin Helga Krismer.

Counterpoles/Widerstäbe

36 Metallstäbe sind über die Fläche des Platzes verteilt und richten sich in unterschiedlichen Winkeln aus dem Boden auf. Diesen zunächst unregelmäßig verstreut scheinenden „Counterpoles“ wohnt eine überlegte Ordnung inne: Sie alle streben einem imaginär über dem Platz schwebenden Davidstern zu, einem Symbol der Erinnerung an alle jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Jeweils drei Stäbe sind so angeordnet, dass deren Austrittspunkte am Boden die Spitzen eines imaginären Dreiecks bilden. Diese Dreiecke beziehen sich auf die verschiedenfarbigen Winkel, welche in den Konzentrationslagern die verschiedenen Verfolgtengruppen markierten.

Gedankliche Dreiecke

Man kann die Installation durchschreiten und wird dabei immer neue Perspektiven einnehmen - das Bild setzt sich jedes Mal neu und anders zusammen. Insgesamt ist die Installation ein offenes Denkfeld, das zum aktiven Dialog einlädt.

Heftige Facebook-Debatte

Auf Facebook hat sich - wie kaum anders zu erwarten - eine heftige Pro- und Contra-Debatte entwickelt. Kritisiert werden unter anderem die Kosten (80.000 Euro, "Geldverschwendung") und das Aussehen ("Mikado-Optik", "Panzer-Igel"), aber es gibt auch Stimmen, die das Mahnmal überhaupt für unnötig oder fragwürdig halten und die "Vergangenheit ruhen lassen wollen". Dem kontern unter anderem die Journalistin Eva Woska ("Ich möchte, wenn es fertig ist, mit allen, die hier mitdiskutieren, gemeinsam das Mahnmal durchschreiten. Dann können wir uns alle ein Bild machen." Oder Grünen-Gemeinderat Stefan Eitler: "Die Gegner des Projekts würden auch bei Kosten von 10 Euro schon schäumen!"
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