10.03.2017, 17:53 Uhr

Aus "Nichts" mach 10.000 Euro

BADEN. In der Emil Kraft-Gasse 11 - 15 verwaltet seit Errichtung im Jahr 1975 die gemeinnützige Genossenschaft Atlas 153 Eigentumswohnungen - und hat bislang auch die jährlichen Betriebskosten inklusive Heizung (aus einer gemeinsamen Fernwärmeanlage) und Warmwasser (mit Zählern in den Wohnungen, die von der externen Firma Techem abgelesen wurden) vorgeschrieben. Die Eigentümer leisteten alle Zahlungen ausschließlich an die "Atlas".
Seit heuer sind die Abrechnungen aber gesplittet. Techem schreibt nun - laut Vertrag mit Atlas - Heizung und Warmwasser vor, Atlas die restlichen Kosten. Und für die Eigentümer erhöhten sich die Kosten um stolze 14,5 %, wie Wohnungsinhaber MMag. Peter Martschini den Bezirksblättern vorrechnete. Martschini zeigt einen Schriftverkehr, aus dem hervorgeht, dass die Kostensteigerung zwei Ursachen hat: Zum einen stellt die Firma Techem ihre neue Tätigkeit in Rechnung, und hebt zum anderen auch 4 % Ausfallhaftung ein, falls ein Eigentümer nicht zahlt - in Summe rund 10.000 Euro für die ganze Wohnhausanlage.

Änderung ohne Diskussion

"Die Atlas verrechnet für die Verwaltung genau so viel wie bisher, obwohl ja die Techem nun einen Teil der Arbeit hat. Außerdem haben die Eigentümer ohnehin gemäß §27 Wohnungseigentumsgesetz/WEG ein Vorzugspfandrecht an der Wohnung eines zahlungssäumigen Inhabers." Zusätzlich kritisiert Martschini, dass es seitens Atlas bei der Hausversammlung im November 2016 keine Infos über die Änderung gab.

Reaktion von Atlas

Seitens Atlas reagiert Mag. Lukas Fenzl: "Techem hat immer schon die einzelnen Abrechnungen gelegt, wir als Hausverwaltung haben nur die Buchungen auf die Konten der Bestandnehmer vorgenommen. Seit 1.1.2017 hat sich nur geändert, dass Techem die Akontobeträge selbst vorschreibt und somit Rechnungsempfänger der Energieversorgerrechnungen wird. Dafür erlaubt sich Techem 2,25 Euro netto monatlich pro Wohnung zu verrechnen. Die Ausfallhaftung kann laut Gesetz nicht an Dritte delegiert werden. Die neuen Vorschreibungsbeträge sind nur um vertretbare 3,5 % gegenüber den tatsächlichen Wärmekosten aus 2015 gestiegen. Die Atlas sieht keinen Grund, ihr Verwaltungshonorar zu reduzieren, es bewegt sich im gesetzlichen Rahmen und könnten sogar noch hinaufverhandelt werden." Zum Vorwurf mangelhafter Information: "Der zuständige Referent war zum Zeitpunkt der Hausversammlung krank, eine Verschiebung war aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Zudem waren Details noch nicht klar, und deshalb wussten wir nicht, ob die Umstellung der Verrechnung auch tatsächlich 2017 starten konnte. Alle Eigentümer wurden noch 2016 schriftlich informiert." Für Peter Martschini ist aber klar: "Die Atlas wollte sich offenbar Diskussionen über den Deal ersparen, die Diskussionen hat sie jetzt trotzdem."
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