19.10.2016, 00:01 Uhr

Badener Titel-Tanz: Eine Frage der Ehre

Ehrenbürger August Breininger kritisierte die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Ex-Stadtpfarrer Amadeus Hörschläger. Hier seine Beweggründe

BEZIRKSBLÄTTER: Was haben Sie gegen den ehemaligen Badener Stadtpfarrer?
AUGUST BREININGER: Überhaupt nichts. Ich habe ihn im Gemeinderat für die zweithöchste Ehrung vorgeschlagen - die Große Goldene Ehrennadel.

Warum nicht Ehrenbürger?
Es geht um Statuten, die in der Ära Wallner einstimmig vom Gemeinderat beschlossen wurden und bis heute weitgehend eingehalten wurden. Es muss um herausragende Leistungen für Baden gehen, über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Hörschläger war nur fünf Jahre Stadtpfarrer von St. Stephan.

Sie sind ja selbst Ehrenbürger. Eifersüchtig?
(lacht). Wie kann ich eifersüchtig sein, wenn ich diese Auszeichnung 1988 für besondere Leistungen in 37 Jahren als Mandatar und für 19 Jahre als Bürgermeister bekam? Mit meinem Veto schütze ich echte Ehrenbürger vor der Abwertung ihrer Auszeichnungen, z. B. den evangelischen Pfarrer Seifert für über 20 Jahre, Prälat Dr. Hofegger für 23 Jahre in St. Stephan, usw ...
Ihre Kritik wurde im Gemeinderat als ungustiös kommentiert. Ist Ihnen das peinlich?
Es muss denen peinlich sein, die solche Ehrentitel verschleudern.

Sind mit der Ehrenbürgerschaft Privilegien verbunden - etwa ein Ehrengrab oder Versorgung im Fall von Armut?
Nein, das sind alles Märchen.
Was bedeutet dann Ihrer Meinung nach diese aktuelle Titelverleihung?
Vielleicht wollte bloß eine lustige Beislrunde rund um Vizebürgermeisterin Helga Krismer und Stadtrat Markus Riedmayer ihre Macht demonstrieren. Vielleicht soll aber auch der Boden bereitet werden für künftige Ehrenbürger-Titel, die nicht den Kriterien entsprechen. Ich warne eindringlich: Wenn wir einmal die statutengerechte Linie verlassen, sind alle Regeln wertlos und wir könnten künftig diese Höchstauszeichnung gleich an alle öffentlichen Personen vergeben.
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