21.11.2017, 06:13 Uhr

Das Ende einer langen Qual?

BADEN (lorenz). Welche seelischen Qualen muss ein Kind erlitten haben, dass es seinem jungen Leben selbst ein Ende setzt? Diese Frage stellen sich die Familie, die Polizei und die zuständigen Behörden. Am 12. November erhängte sich ein 11-jähriger Bub. Das Kind war mit seinen sechs Geschwistern aus Afghanistan geflüchtet. Sie wollten hier ein Leben in Frieden.

Seit eineinhalb Jahren in Baden

Seit dem 2. Februar 2016 lebten sie im Grundversorgungsquartier der Diakonie in Baden. Der ältere volljährige Bruder bekam die Obsorge über die Geschwister. Außerdem waren noch Tante und Onkel in dieser Unterkunft. Ein Kind dieser Familie leidet an Trisomie21 (allgemein bekannt als "Down-Syndrom", Anm.), deshalb waren sie auch in diesem Quartier für Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf untergebracht. Die vielen Amtswege erledigte sein großer Bruder, der 11-Jährige musste aber immer mitgehen, da er schon sehr gut Deutsch sprechen konnte. Wurde ihm diese Verantwortung zu viel, dass er diesen schrecklichen Schritt machte und seinem Leben ein Ende setzte?

Ermittler sind aktiv
Diese Fragen versuchen jetzt die Polizei, die Volksanwaltschaft und die Behörden zu klären. Günther Kräuter Volksanwalt: „Wir prüfen immer wieder Obsorgeverfahren, hier ist das Ergebnis noch offen.“ Der zuständige Landesrat Franz Schnabl: „Es herrscht schwere Betroffenheit über dieses tragische Ereignis, das voller Aufklärung der Hintergründe bedarf – die Erhebungen seitens der Sicherheitsbehörden laufen, da konkrete Auslöser oder Gründe für diese Handlung derzeit nicht bekannt sind. Wir unterstützen diese Untersuchungen selbstverständlich nach Kräften.“

Familie wird betreut

Mag. Markus Saurer, stellvertretender Bezirkshauptmann: „Die Familie wurde durch das Kriseninterventionsteam betreut und wird auch weiterhin professionell unterstützt. Sie hält sich derzeit auf eigenen Wunsch bei nahen Familienangehörigen auf.“
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