15.09.2016, 13:55 Uhr

Der krisenfeste Haushalt als "Bunker"

Toni Kladler, Obmann des Zivilschutzverbandes im Bezirk Baden. Eine 160 Kilo-Stahltür führt zum Samariterbund-Schutzraum. (Foto: privat)

Zivilschutzverbände raten für den Katastrophenfall Nahrungsvorräte anzulegen. Panikmache oder berechtigte Vorsorge? Ein Lokalaugenschein im Bezirk.

BEZIRK BADEN. Die Ausbaupläne für das Atomkraftwerk Dukovany nahe der Grenze (siehe nebenan) zeigen: Eine Reaktorunfall-Katastrophe ist keine abstrakte Utopie. Doch wie gut ist unser Land auf den Ernstfall vorbereitet? Wie gut wird der Rat des Zivilschutzverbandes zum Vorrat-Schaffen befolgt? Was bringen Bunker über 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg?

14 Tage überleben

Zivilschutzexperte Andy Watzinger: "Vor den meisten Katas-trophen schützt ein Schutzraum nicht", sagt Watzinger. Er hat alles daheim, was er für 14 Tage Überleben braucht - unverderbliche Nahrung, ein stromunabhängiges Radio, Klopapier etc ... Die häufigsten Katastrophen seien nämlich Krankheiten, die einen ans Haus binden oder Unfälle mit giftigen Dämpfen in der Nachbarschaft: "Es braucht nur ein Tankwagen auf der B17 zu explodieren!"


"Flucht ist wahrscheinlicher"

Andy Watzinger hat auch stets einen Notfall-Rucksack parat - mit Bargeld, Dokumenten und sonstigen wichtigen Dingen. "Hochwasser oder Feuer, bei denen man flüchten muss, kommen eher vor als ein Atomunfall oder Terroranschlag." Und: Andys Haushalt ist unabhängig vom öffentlichen Strom. "Das große Blackout ist die wahrscheinlichste Großkatastrophe für den Bezirk."

Was bringen Bunker?

Laut NÖ Verordnung müssen Gemeinden Schutzräume für ihre Bevölkerung definieren. Toni Kladler, Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes Baden erläutert: "Worum geht's beim Super-GAU? Um haltbare Nahrung, um Hygiene, alternative Heizmöglichkeiten, Versorgung der Kinder. Es muss nicht unbedingt ein Bunker im Keller sein, ein krisenfester Haushalt ist das Um und Auf".
Helmut Kneissl aus Bad Vöslau ist so ein "Fall". Er bezog 1992 ein Reihenhaus in der Guttmannstraße. "Während der Bauphase fiel die Schutzraumverordnung. So wurde daraus ein 4 m²-Kellerabteil mit Stahltür, voll mit Gerümpel. "Ich konnte mich leider nie durchringen, den Schutzraum zu aktivieren", bedauert Kneissl heute.

www.zivilschutzverband.at
www.survive.at

Fotos: privat
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