23.05.2017, 13:40 Uhr

Drängeln, Rasen: Kontrolliert wird zentral

Peter Svehla kontrolliert, wer auf NÖs Autobahnen drängelt. (Foto: Trinkl)
BEZIRK BADEN/NÖ. Irgendwo in Niederösterreich. Auf einer Brücke steht ein VW-Bus. Und von der Brücke aus beobachten vier Kameras das Geschehen auf der Autobahn, die direkt unterhalb verläuft. Einsatz für die Zivilstreife der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Sie sind hier Dränglern und Rasern auf der Spur.
Auf Monitoren im VW Bus leuchtet es grün und rot. "Rot markierte Autos sind zu schnell oder halten den Sicherheitsabstand nicht ein. Der Computer speichert die Sünder automatisch", erklärt Bezirksinspektor Peter Svehla, der heute mit seinem Kollegen Gottfried Völker Dienst hat. Die beiden müssen alle vom Computer gesichteten Vergehen prüfen und bestätigten. Erst dann wird Anzeige erstattet.

Eins, zwei, passt!

Aber wie viel Abstand muss man denn nun halten? "Mindestens 0,8 Sekunden zum vorderen Fahrzeug, weniger ist strafbar. Bei weniger als 0,3 Sekunden ist es auch ein Vormerkdelikt, bei 0,2 ist der Führerschein weg", sagt Svehla. Rund 11.500 Drängler erwischt die Truppe mit ihren zwei Einsatzfahrzeugen pro Jahr in Niederösterreich. Dabei wäre es gar nicht so schwer, den richtigen Abstand zu halten. "Zwei Sekunden werden empfohlen. Bei 130 km/h wären dies mindestens 36 Meter. Viele Fahrer sind knapper dran als sie glauben." Zu heiklen Situationen kommt es zum Beispiel immer wieder auf der Südautobahn bei Kottingbrunn Richtung Graz.

Unart: Nicht nachgeben

"Auf der langen Geraden verengen sich die vier Fahrspuren auf drei und es gibt immer wieder Autofahrer, die davon zu spät Notiz nehmen oder schlicht nicht nachgeben wollen", so Fachinspektor Manfred Bauer von der Autobahnpolizei in Tribuswinkel.

Viel Disziplin auf der A21

Die A21 hingegen ist aufgrund ihrer "Topografie" - also der kurvigen Bergauf-Bergab-Lage - ein relativ sicheres Terrain, weiß Inspektor Norbert Nirschl von der Autobahnpolizei Alland, die die Außenringautobahn in den Bezirken Mödling und Baden und Teilen von St. Pölten betreut. "Die meisten Autofahrer können hier gar nicht rasen", so Nirschl.

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