11.09.2014, 13:09 Uhr

Ehre wem Ehre gebührt: Prof. Dr. Robert Herzl geehrt

Der ehemalige Intendant der Bühne Baden, Prof. Dr. Robert Herzl, wurde mit dem Kulturpreis der Stadt Baden 2013 geehrt. Und ein Platz vor der Sommerarena trägt ab nun seinen Namen.

Mit seinem Ruhestand hat Prof. Dr. Robert Herzl vor kurzer Zeit die Bühnenwelt verlassen. Er hat die Musik- und Theaterwelt in Baden geprägt. Mit viel Einsatz, Liebe, Einfühlungsvermögen und Fachkenntnis hat er kulturelle Akzente gesetzt, die weit über die Bundesgrenzen gestreut haben. Er wurde heuer mit dem „Kulturpreis der Stadt Baden 2013“ ausgezeichnet.

Zum Dank für sein großes Werk wurde er nun vor der Sommerarena mit dem „Robert Herzl Platz, künstlerischer Leiter der Bühne Baden von 2005 bis 2014“ geehrt! Es gibt wohl keinen geeigneteren Ort zu diesem Anlass.

Zu Prof. Dr. Robert Herzl: In Graz geboren, studierte er an der Hochschule für Welthandel in Wien (Promotion zum Dr. der Handelswissenschaften), Regie u. Schauspiel am Max Reinhardt-Seminar und absolvierte eine Gesangsausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. 1969-1972 am Stadttheater in St. Gallen beschäftigt. Danach begann er seine Tätigkeit an der Volksoper Wien, ab 1972 als Leiter des Betriebsbüros und Oberspielleiter, 1993 Stellv. Direktor, von 1996-1999 Mitglied der Direktion, seit 1998 Ehrenmitglied. Er führte bei zahllosen Theaterproduktionen im In- und Ausland Regie. Seit Jänner 2005 war er an der Bühne Baden Künstlerischer Direktor.

Prof. Dr. Robert Herzl hat in seiner Intendanz die Bühne Baden auf ein bemerkenswert hohes internationales Niveau gehoben.
Zahlreiche international bekannte SängerInnen machten Stopp in Baden und spielten mit Freude im Stadttheater bzw. der Sommerarena. Außerdem gebührt Herzl der besondere Dank, in Baden die langjährige Operettentradition aufrecht, ja sogar ausgebaut zu haben. Sein ausgeprägtes künstlerisches Gespür erkannte sofort, dass Baden wie geschaffen dafür war, zur Pflegestätte der Operette gekürt zu werden. So fanden sich auf seinen Spielplänen immer wieder selten gespielte Werke, die OperettenliebhaberInnen mit großer Freude erfüllten - aber auch Klassikern von Strauß, Lehàr oder Offenbach wurde gebührend Aufmerksamkeit gezollt.
Neben der Pflege der Operette lag sein Augenmerk auch auf dem Ausbau des Musicals.
Es gelang ihm auch, die Oper in Baden zu etablieren und neue Publikumsschichten für dieses besondere Genre zu gewinnen. Im Zweijahresrhythmus wurden Opern wie „Hoffmanns Erzählungen“, „Faust“ und „Die Hochzeit des Figaro“ in Baden aufgeführt.
Nicht zuletzt die Jugend: Unter Herzl Ägide erfuhr das traditionelle Weihnachtsstück für die ganze Familie eine ungemeine künstlerische Aufwertung. Nicht nur populäre Stücke für die Jugend, sondern auch anspruchsvolle Werke wie „Hänsel und Gretel“ oder „Pollicino“ wurden dem jungen Publikum näher gebracht. Kulturvermittlung nahm Herzl besonders ernst. Speziell für Schulen konzipierte Vorstellungen lockten ein Publikum ins Theater, das ohne die Bemühungen der Bühne Baden sonst nie den Weg dorthin gefunden hätte.
Last but not least das Schauspiel: Durch die Eingliederung des Stadttheaters und der Sommerarena in die Niederösterreichische Kulturwirtschaft (NÖKU) eröffnete sich für Baden die Gelegenheit, eine fruchtbare Kooperation mit dem Landestheater Niederösterreich zu starten. Das Ergebnis sind regelmäßige Schauspielpremieren in Baden mit Klassikern der Weltliteratur aber auch moderne Bestseller.

Weitere Highlights seiner Intendanz waren die glanzvollen 100-Jahrfeiern der Sommerarena und des Stadttheaters - und die Eröffnung des Max-Reinhardt-Foyers, der dritten Bühne der Bühne Baden, auf der in schöner Regelmäßigkeit Kleinkunst vom Feinsten aufgeführt wird.
Während der Intendanz von Herzl etablierte sich die Bühne Baden zu einem Fixstern für zahlreiche MusiktheaterliebhaberInnen, die aus Baden und Umgebung, Wien und aus dem benachbarten Ausland anreisten, um Theater auf höchstem künstlerischen Niveau zu sehen und zu genießen.

Ihm wurden folgende Auszeichnungen verliehen:
1985 Österr. Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse
1986 Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland
1992 Verleihung des Berufstitels Professor
1993 Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
1998 Ehrenring der Volksoper Wien
Ehrenmitglied der Volksoper Wien
2013 NÖ Kulturpreis
2014 „Großer gläserner Heiliger Leopold", Kulturpreis der Stadtgemeinde Baden

Neben den oben erwähnten Funktionen und Aktivitäten Regiearbeiten im In- und Ausland; Schriftstellerische Tätigkeit in Form von Artikeln über Musiktheater als Librettist, Bearbeiter und Übersetzer: Vorträge über das Thema "Operette" ( z.B. eigene Sendereihe im ORF).

Bürgermeister KommRat Kurt Staska: „Wir wünschen dir, lieber Prof. Dr. Robert Herzl, lieber Bobby und deinen Lieben aus ganzem Herzen viel Glück und Gesundheit.“

Foto:
© 2014psb/ph
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