11.12.2017, 17:55 Uhr

Grünland bleibt Grünland

BAD VÖSLAU (mec). Im März wurde in einer Sitzung des Gemeinderates beschlossen, 13 Hektar Grünland nördlich der Grazerstraße in ein Betriebsgebiet umzuwidmen. Man hoffte damals, die Firma Schlumberger würde sich für Bad Vöslau als neuen Betriebsstandort entscheiden. Das ist nicht passiert, und nun soll die Fläche wieder rückgewidmet werden. So will es auch das Land Niederösterreich, dass die Widmung von Anfang an auf fünf Jahre begrenzt hatte. Besonders die Grünen setzten sich dafür ein, dass dies so bald wie möglich geschieht und kündigten an, sich am 9. Dezember beim Kreisverkehr an der Grazerstraße zu versammeln, um ihren Forderungen mit Transparenten Nachdruck zu verleihen.

Grüne: "Haben es geschafft!"
Am Vortag der Demonstration kündigte die Liste Flammer auf Facebook Zustimmung zur Rückwidmung Schlumberger-Baugründe an und zeigte sich in einer Presseaussendung enttäuscht über die Vorgehensweise von ÖVP, SPÖ, FPÖ und den Grünen. Diese - allen voran die Grünen - hätten den Antrag vorbei am Parteiengespräch und den Ausschusssitzungen eingebracht, um so auf medienwirksame Weise Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Rückwidmung wäre bei der Gesamtüberarbeitung des Flächenwidmungsplans sowieso berücksichtigt worden, so die Liste Flammer.

"100 kleine Installateurbetriebe"

Also wozu die ganze Aufregung, wenn doch alle für die Rückwidmung sind? Dazu die Grüne Gemeinderätin Dr. Eva Mückstein: "Die Darstellung der Liste Flammer ist schlichte Falschinformation. Niemand müsste es besser wissen als die Liste Flammer selbst. Als wir Grüne die Rückwidmung gefordert haben, lehnte Finanzstadtrat Mehlstaub mit Unterstützung des Bürgermeisters dies kategorisch ab. Die Diskussion wurde mit den Worten: 'Es wird nicht rückgewidmet. Und wenn wir uns 100 kleine Installateurbetriebe suchen, die sich hier ansiedeln' abgewürgt. Das Land NÖ hat eine Befristung bis 2022 vorgesehen. Bis dahin hätte die Liste Flammer aber die Möglichkeit gehabt, Betriebsansiedlungen auch in diesem Gebiet zu fördern. Der Antrag auf Rückwidmung fand sich dementsprechend auch nicht auf der Tagesordnung für die Gemeinderatssitzung, welche von der Liste Flammer erstellt wird. Es erfordert mindestens 13 Unterschriften von Mandataren der Oppositionsparteien, damit ein Tagesordnungspunkt auch von uns in den Gemeinderat kommen kann. Grüne, FPÖ, ÖVP und SPÖ haben daher den Tagesordnungspunkt gemeinsam beantragt", so Mückstein.

Wieder zurück zur Natur

Die Grünen lassen sich diesen Sieg nicht nehmen. Die nächste Gemeinderatssitzung Mitte Dezember dürfte also spannend werden. Der endgültigen Rückwidmung steht aber, wie es aussieht, nichts mehr im Weg und wenn das erledigt ist, kann sich der Gemeinderat dem leerstehenden Cafe Thermal widmen, bevor das derzeit ungenutzte Grundstück, samt Gebäude im Zentrum, von der Natur zurückerobert wird.
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