17.11.2016, 14:19 Uhr

Kekserl-Backen: ein süßer Kraftakt

Sabine Redl

Begeisterte Bäckerinnen berichten von ihrer vorweihnachtlichen Lieblingsarbeit und verraten ihre besten Keks-Rezepte.

BEZIRK BADEN. Diese süße Geschichte beginnt mit einem zarten Schmerz. Seit Sabine Redl ihre Keksbackstube daheim in Bad Vöslau eröffnet hat, zieht es in ihrem linken Unterarm. Tennisarm, so die selbst gestellte Diagnose.

Ja - Rühren, Kneten, Wutzeln und Ausstechen fordert schon ein paar Muckis, die den Rest des Jahres eher untrainiert bleiben. Dabei entstehen aber himmlische Vanillekipferl, auf der Zunge schmelzende Ischler oder Florentiner, saftige Kokosbusserl und noch vieles mehr.

"35 Kilo Keks hab ich voriges Jahr gebacken, vieles nach Omas Rezepten", schmunzelt Sabine Redl, die mit ihren Köstlichkeiten nicht nur die Familie, sondern auch den Vöslauer Weihnachtsmarkt und Melanie Manzenreiters Kaffeehaus "Varietas" beglückt. Also, kein Wunder, die Sache mit dem Tennisarm ...

Kraft und Geduld

"Mein Nudelwalker wiegt alleine bestimmt zwei Kilo, wenn nicht mehr", schätzt die Profi-Zuckerbäckerin Sigrid Artner aus Pfaffstätten. In der Kekserl-Hochsaison schafft sie bestimmt 100 Kilo Kekse in 13 Sorten - dazu braucht es neben dem Nudelwalker aber auch ein großes Backblech, einen übergroßen Backofen und - natürlich - verschiedene Ausstechformen.

"Nicht nur Kraft, sondern auch Geduld braucht man in so einer Saison. Wenn du zum 10.000. Mal ein Kekserl ausstichst, hoffst du schon, dass bald Weihnachten ist." Nichtsdestotrotz schwelgt die Konditormeisterin in ihrem süßen Brotberuf in Kindheitserinnerungen. Die besten Rezepte stammen aus Omas handgeschriebenem Backkochbuch.

"Zimt aus dem Weltladen"

Schwer heben musste Gerti Jaksch-Fliegenschnee, Leiterin des Weltladens Baden, bei der Keksverkostung in der Pfarrschule Bad Vöslau. Sie hat mexikanische Pastelitos und Hildegard-Bingen-Keks gebacken.

Das Backen selbst ist für sie reinste Erholung: "Nachts nach 22 Uhr, wenn alles ruhig ist, da kann ich mich richtig entspannen." Ihr sind faire Zutaten wichtig, beim Zucker spart sie. "Beim Zimt unbedingt Ceylonzimt verwenden, den es bei uns im Weltladen Baden gibt.

Der billigere chinesische Zimt aus den Supermärkten enthält Cumarin, das in hohen Dosen die Leber schädigen kann. Kekse mit dem richtigen Zimt gehören für mich zu meinen Favoriten – ist doch Zimt auch ein wunderbares Mittel um Blutzucker und Blutdruck zu senken und den Kreislauf anzuregen."
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 20.11.2016 | 03:56   Melden
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