04.10.2017, 13:50 Uhr

MIGRATION – FLUCHT – ASYL

Die Organisatorinnen des Äthiopien-Vortrags (Foto: Pfarre St. Josef)

Die Pfarre St. Josef – Baden setzt sich mit brennenden gesellschaftspolitischen Themen auseinander.

BADEN. Mit einem spannenden Bildungsangebot startete die Pfarre St. Josef (Baden – Leesdorf) in den Herbst. Die Pfarre beteiligt sich seit 2 Jahren am öko-fair-sozialen Projekt „Pfarrgemeinde FairWandeln“ der Katholischen Aktion und erhielt für ihr Engagement im Februar 2017 eine diözesane Auszeichnung.

Thema Flucht und Asyl
Aktuell wird der Schwerpunt Flucht und Asyl thematisiert. In Zusammenarbeit mit dem Weltladen Baden fand am 28. September ein Informationsvortrag zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen – Perspektiven schaffen - am Beispiel Äthiopien“ statt. Rund 35 Interessierte fanden sich zu diesem Abend ein. Martina Hollauf, Mitarbeiterin der Organisation „Menschen für Menschen“ berichtete über ihre Projekte, die darauf abzielen, die Lebensräume der Menschen in Äthiopien zu erhalten und zu verbessern.
Voraussetzung dafür (dies gilt für Äthiopien ebenso wie für viele andere Regionen des Südens) sind Maßnahmen zur dauerhaften Veränderung, die gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet werden. Eine Grundbedingung für Entwicklung ist der Zugang zu sauberem Wasser. Er ist Basis für Ernährungsvielfalt und –sicherheit, für Hygiene und Gesundheit Mit einer Projektsumme von 33.000 Euro wurden 18 Brunnen erschlossen. Für etwa 3.300 Menschen bedeutet dies besseres Einkommen, höhere Bilcungschancen und mehr Lebensqualität. Wasserbeschaffung ist zumeist Aufgabe der Frauen und Mädchen; entfallen die weiten Wege – oft 6 km und mehr – bis zur nächsten Quelle, bleibt Zeit für Schule und Weiterbildung. Wie Martina Hollauf ausführte – sind es die Frauen, die eine Schlüsselrolle in der Entwicklung haben und die besonders gefördert werden. Bildung ermöglicht es ihnen, berufliche Fertigkeiten zu erlernen, die Erträge ihrer Felder zu steigern, lokal Handel zu treiben und damit das Familieneinkommen zu erhöhen. Dadurch wird ihr Selbstbewusstsein und in Folge auch ihre Position in der Familie gestärkt und Maßnahmen der Familienplanung können langfristig greifen.
In einer Beispielregion, dem Balla-Tal, das als unfruchtbar galt, wurde 2004 ein Projekt mit 10 Familien begonnen; 4 Jahre später bei Abschluss des Projekts hatten sich 50 Familien angesiedelt Nun wurde auch die Regierung initiativ und errichtete eine Schule. Bildung umfasst auch Wissensvermittlung in den Bereichen Landwirtschaft, Aufforstung und Ökologie. Damit kann umweltgefährdenden Trends der Abholzung und Rodung entgegengewirkt werden.

Umweltverantwortung
Eigenverantwortung - Gemeinschaft - Einkommen und Ernährungssicherheit sowie Umweltverantwortung sind der Schlüssel zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Und jeder Euro, der in die Projektarbeit investiert wird, bringt fast 27 Euro Gewinn. Die Projektarbeit von „Menschen für Menschen“ ist hervorragendes Beispiel dafür, wie Initiativen von Nicht-Regierungsorganisationen (NGO’s) langrfristige Zukunftsperspektiven für die Regionen der sogenannten „Entwicklungsländer“ sichern können.
Dem Informationsvortrag folgte eine rege Diskussion, die sich bei einem kleinen Buffet fortsetzte – und es wurde großzügig gespendet.

Nächster Diskussionsabend am 17. Oktober
Ein weiterer Diskussionsabend zu diesem Thema - im Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk, dem Bundesministerium für Bildung, der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung und „Kultur Niederösterreich“ - findet am Dienstag, 17.10.2017 um 19:30 Uhr statt:
Ethische und religiöse Grundlagen zum Schutz von Flüchtenden; Referentin ist Mag.a Ebru Noisternig
Veranstaltungsort: Pfarrsaal St. Josef/Baden, Leesdorfer Hauptstraße 74
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