07.08.2017, 16:49 Uhr

Multi-Kulti-Ehepaar mit Weitblick

BADEN. Vor 12 Jahren sind die Chens aus einer englischen Kleinstadt in die Kleinstadt Baden gezogen. "Mit den Kindern wollten wir nicht mehr in eine Großstadt wie Wien, wo wir ganz früher gelebt haben," erzählt Gottfried Chen. Der Freundeskreis in Baden ist schnell gewachsen, die Chens sind weltoffen.

China trifft Waldviertel

"Wir haben außer in England auch in Frankreich gelebt, ich selbst bin Wiener mit chinesischen Wurzeln, meine Frau ist Wienerin mit Waldviertler Wurzeln", so Chen. "Wenn man einige Zeit im Ausland gelebt hat, versteht man fremde Kulturen viel besser." Wo findet man am leichtesten Freunde? "Prinzipiell hängt es wohl von der Lebenssituation ab. In Straßburg in Frankreich war's super einfach, da haben wir im Studentenheim gelebt. In der englischen Kleinstadt war's schon schwieriger."

Wegen dem vielen Regenwetter? "Nein", schmunzelt Chen, "die Briten sind wetterfest. Sie ziehen selbst im Winter keine Jacken an, da ist man schon mit Pullover ein Exot." Eine bestimmte hierzulande unbekannte Art von Geselligkeit wird im Pub gepflegt: "Rechnungen werden dort nie getrennt bezahlt, immer nur Runden, abwechselnd, einmal der, einmal der." Zur englischen Kulinarik fällt Chen weniger ein, dafür aber schwärmt er heute noch von Tarte flambé in Frankreich und von Jiaozi in China.


Sprachliche Hoppalas...

Sprachlich sind die Chens auch in vielen Ländern zu Hause, und sie kennen auch ein paar gefährliche "Fettnäpfchen": "Baiser ist in Deutschland ein Windgebäck, in Frankreich heißt es auch Ficken", schmunzelt der Neo-Badener. "Anderes Beispiel: Salopp ist bei uns ein ganz normales Wort, im Französischen heißt es Schlampe. Dafür spricht man in Frankreich von "promiscuité", wenn zum Beispiel die U-Bahn voll ist. Bei uns heißt es ja - na, Sie wissen schon, was..." lacht Chen und genießt den Ausblick und das Wiener Schnitzel im Café Blickweit hoch über Baden.
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