01.10.2014, 15:27 Uhr

Warum wir wie in Sao Paolo Aussenwerbung verbieten sollen

Wien: purpur19 Interieur Outlet | "Konsumiere das" in Blutroter Farbe über einem kommerziellen Plakat geklebt ist das erste Bild welches uns die zwei Mitglieder vom Brandalism Projekt zeigen.
Zuletzt wurden im Mai 2014 über 360 Plakatwände von dem Künstler Kollektiv mit Sujets von über 40 internationalen Künstlern überklebt.
Die die mit dem meisten Geld dürfen vorschreiben was wir denken sollen und konsumieren sollen? So oder so ähnlich lauten die Fragen des Kollektivs.
Wir haben gar keine Wahl wir können die Gedanken und Botschaften der Besitzenden gar nicht vermeiden. Brandalism, eine Wortschöpfung aus Marke und Terrorismus, so empfinden die Künstler sich terrorisiert, wenn Ihnen ungefragt ständig das gleiche mit dem gleichen Stil kommuniziert wird. Die Künstler wollen aber auch mehr kontroverse Kunst in den öffentlichen Raum bringen.
Warum gibt es so viel Werbung. Die übliche Verteidigung der Werbeindustrie ist, sie wollen uns informieren. Wenn wir zurückgehen so war es Edward Bernays mit seinem Buch Propaganda aus dem Jahre 1928: Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element der demokratischen Gesellschaft.
...wir werden regiert unser Geist geformt unsere Ideen vorgeschlagen von Männern von denen wir noch nie gehört haben.
Oder auch ein bezeichnendes Zitat von Paul Mazer von den Lehmann Brothers in den 1930er Jahren:
Wir müssen Amerika von einer Kultur der Bedürfnisse in eine Kultur der Begehrlichkeiten verwandeln. Menschen müssen trainiert werden zu wollen - neue Dinge bevor die alten noch konsumiert wurden.
Wir müssen eine Mentalität in Amerika formen. Der Menschen Wünsche müssen deren Bedürfnisse überschatten.
Das Brandalism Projekt will diese Geschichten welche uns von den Werbetafeln lachen hinterfragen.
Die Idee durch Konsum ekstatisch Glücklich zu werden, zu einer Gruppe dazugehörig zu sein und so weiter. All diese Gefühle nutzt die Werbeindustrie um uns auszubeuten.
"Ich kaufe daher bin ich" ein bekanntes Sujet von Barbara Kruger aus dem Jahre 1987. Als weiteres Beispiel wie weit die Gehirnwäsche geht nennen die anonymen Künstler die Jugend Unruhen im Jahre 2011 in England, welche aus sozialen Spannungen heraus entstanden. In der Jugendkultur sind Marken schon so verankert, dass nach ein paar Stunden Plünderungen stattfanden.
Es waren diese Plünderungen ein Indikator wie dominant in unserer Kultur der Konsum von Produkten geworden ist. Auch die Erwartungshaltungen von Schönheit und Ästhetik wird durch Werbung sehr verengt. Die Plakat Überklebung der Künstlerin Hannah Adamaszek thematisieren dies durch eine in einem Aquarell Stil gemaltes Model welches nur noch ein Schatten Ihrer selbst zu sein scheint.
Im Jahre 2009 wurden in Sao Paolo, der größten südamerikanischen Stadt, alle Außenwerbungen verboten. Die Zustimmung der Bevölkerung war überwältigend und es wurden 15.000 Plakatwände sowie tausende Leuchtreklamen entfernt. Machen wir es wir es Ihnen nach und verschönern wir unsere Umgebung und schaffen jetzt Außenwerbung ab. Noch bevor die Wahlzeit beginnt, wenn Politiker Gesichter uns vom Straßenrand aus beobachten.
 
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