25.06.2017, 21:19 Uhr

Was sich Eltern, Schüler und Lehrer durch die neue Bildungsreform erwarten dürfen

Achtung Spoiler! Es ist recht wenig.

BADEN. Der Schulschluss ist zum Greifen nah. Ein Ende der Bildungsmisere anscheinend nicht. Die Elternvertretung des BRG Frauengasse beispielsweise versucht seit Monaten zu verhindern, dass es im Schuljahr 2017/18 fünfte Klassen mit über 40 Schülern geben könnte. Hilfe von Seiten der Politik dürfen sie wohl nicht erwarten.

Man hat sich zwar endlich zu einer Bildungsreform durchgerungen, doch es wäre naiv zu glauben, dass diese die bestehenden Mißstände beseitigt. Ein Teil der Reform ist das Autonomiepaket, welches den Schulleitern bzw. Direktoren mehr Entscheidungsgewalt zugesteht. Zusätzlich ist möglich, dass sich mehrere Schulen zu Clustern zusammenschließen, die dann von einem Clusterleiter statt von einzelnen Direktoren verwaltet werden.

Der Ansatz ist ein Schuß ins Blaue, da das System erst getestet werden muss. Eltern befürchten auch Probleme, da damit die Beschränkung der Klassengrößen fällt. Es gibt zwar eine neue Regelung bezüglich der maximalen Schüleranzahl, doch die ist für Betroffene eher ein Schlag ins Gesicht. Man hat sich auf eine Obergrenze von 25 Schülern pro Klasse im Landesdurchschnitt geeinigt. Elternvertretern, die sich seit Monaten gegen noch größere Klassen einsetzen ist es bestimmt kein Trost, dass es im selben Bundesland Klassen mit nur 15 Schülern gibt, und man die Regelung sogar in die Verfassung aufnehmen will.

Die Verwaltung bleibt im Großen und Ganzen unverändert. Die Landesschulräte werden zu Bildungsdirektionen. Statt eines amtsführenden Präsidenten bekommen sie einen Bildungsdirektor. Zu guter Letzt hat man sich noch darauf geeinigt, dass 15 Prozent aller Schulen der fünften bis achten Schulstufe die Gesamtschule erproben können.

Eine Modellregion darf nicht mehr als 5.000 AHS-Unterstufenschüler umfassen und an den einzelnen Standorten müssen Eltern und Lehrer mehrheitlich zustimmen. Niemand weiß, was bei dem Versuchsprojekt herauskommen wird. Wer sich große Veränderungen versprochen hat, kann also nur weiter hoffen.
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