08.11.2017, 11:21 Uhr

Zäher Kampf gegen neue Windräder

REGION STEINFELD. Zähes Ringen um die Genehmigung der Windparks bei Ebreichsdorf und Trumau. 13 Windräder, die bei Ebreichsdorf geplant sind, und acht, die nach Trumau kommen sollen, werden von den Naturschützern gerichtlich bekämpft, und zwar schon in der zweiten Instanz.

Vorige Woche war eine entsprechende Verhandlung, berichtet Christian Schuhböck von der "Alliance for Nature". "Wir haben die vorangegangene Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beeinsprucht, denn im Endausbau sollen in der Region über 60 Windräder errichtet werden, wovon 37 bereits stehen. Wir fordern eine Ende dieser Salamitaktik - einmal ein paar Windräder dort, dann da - sondern eine UVP aller regionalen Windpark-Projekte auf gesamtökologische Wirkung."

Schuhböck ist selbst gerichtlich beeideter Sachverständiger für Naturschutz und hält die von der Projektwerberin - der Wien Energie GmbH - vorgelegten Unterlagen für mangelhaft. Dem schloss sich jetzt in zweiter Instanz das Bundesverwaltungsgericht an. Die Verhandlung wurde auf das kommende Jahr vertagt.

Die Argumente der Alliance for Nature sind - so Schuhböck - weitreichend: "Zum einen waren die Anrainer nie vollständig informiert, die seinerzeitigen Gutachten der Projektwerberin ungenügend, und zum anderen stellen die Windräder eine Gefahr für die Avifauna (Vögel) der nahegelegenen Vogelschutzgebiete dar." Tatsächlich grenzt der Windpark an regionale Natura 2000- bzw. Europaschutzgebiete (wie etwa Steinfeld, Feuchte Ebene - Leithaauen, Frauenwiesen und Johannesbach, Neusiedler See - Nördöstliches Leithagebirge).

Der Kampf der Alliance for Nature gegen den Windpark dauert nun schon zwei Jahre und begann mit dem Kampf eines einzelnen Anrainers in Ebreichsdorf, der die Umweltverträglichkeitsprüfung beeinspruchte und anschließend von der Alliance for Nature Unterstützung bekam.

Ebreichsdorfs Bürgermeister Wolfgang Kocevar stützt sich auf eine Volksbefragung, die vor vier Jahren ein klares Ja zu den 13 neuen Windrädern ergab. Den aktuellen Gerichtsstreit kann er nur beobachten, denn "Die Gemeinde hat alle Auflagen erfüllt". Für ihn ist der Kampf gegen Windkraft eine "verlogene Debatte" - denn jeder nutze daheim 100.000e E-Geräte. Die Alternative zu erneuerbarer Energie sei - so Kocevar - u.a. mehr Atomstrom aus dem Ausland.
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