16.09.2014, 10:17 Uhr

Zwei Badenerinnen pilgerten nach Assisi

Ein Reisebericht von Gerit Stöhr

CAMMINO DI ASSISI-
unterwegs mit allen Sinnen auf Pfaden die Franz von Assisi vor über 800 Jahren gegangen sein soll.


Für mich ist gehen ein leichtfüßiges Glück.
Ein Vortrag in WR. Neustadt von Eva Gruber über den Assisiweg weckte meine Neugierde.
Im Juli packte ich meinen Rucksack, er hatte 9kg, also leichtes Gepäck und wusste es sind 320km von Dovadola bis Assisi zu gehen in 13 Tagesetappen von 16-32km je nach Einteilung und Verweilen an schönen Plätzen.
ZU allererst musste ich einen Pilgerausweis anfordern, beim Verein Compagnia del Cammino, das geht einfach über das Internet. Die Pilgerbestätigungsurkunde wird in der Herberge „Benedetta Bianchi Porro“ in Dovadola, dem Ausgangspunkt des Cammino , ausgestellt. Die Anreise erfolgt mit der Bahn bis Forli und dann weiter mit dem Bus Nr.127
Angekommen in der Herberge ist DON ALFEO zuständig für den Pilgerausweis den
Credenziale del pellegrino , die Wegbeschreibung, sowie Infomaterial und die Liste der Herbergen. Alles auf italienisch.
Rosa meine Mitpilgerin hat zum Glück die deutsche Version aus dem Internet im Gepäck!
Brava.
Wir starteten bei herrlichen, angenehmen Wetter, das blieb auch bis zum Ende. Markiert ist der Pilgerweg mit grünen Pfeilen und den Trikolorezeichen meistens auf Bäumen. Genaues Kartenlesen ist wichtig und einmal mehr schauen von Vorteil, sonst kann es passieren, dass man mehr Kilometer läuft!
Es geht über den Apennin und es war ein stetiges Auf und AB, kein Vergleich mit den spanischen Jakobsweg, der ziemlich gerade verläuft, schweißtreibend aber abwechslungsreich
wunderschön. Den höchsten Punkt erreichten wir auf unserer 4.Etappe den Poggi Scali 1520m
Meditative Waldwege in der Provinz Emilia Romagna, meterhohe Farne, Buchenwälder von einer Größenordnung, die ich noch nie gesehen habe, einsame Dörfer, eine kurze Strecke verläuft in der Toskana mit ihren vielen Sonnenblumenfelder und dann Umbrien mit Gubbio der Wolfsstadt (Franziskus mit dem gezähmten Wolf)bislang die schönste Stadt am Cammino. Natürlich überall am Weg gibt es Klöster, wo der HL. Franziskus Unterkunft gefunden hat. Besonders schön und kraftvoll fand ich Eremo di Montecasale mit Blick auf Sansepolcro .Ab Gubbio beginnt die längste Etappe 32km , ein 10h Weg, endlos um 18h erreichen wir Valfabricca.
Die Schluss-Etappe, es sind nur mehr 16km, ein herrlicher Sommertag und ein Weg mit Olivenhainen, kleinen Weingärten und schönen Steinbrunnen für die Pilger.
Von der Ferne winkt die Franziskuskirche und rückt immer näher. Ich bin überwältigt.
Um 11:30 h gehen wir zwei Badnerinnen durch das Stadttor, das Ziel Assisi ist erreicht.
Nun ist es vorbei mit der Stille, Menschenströme vor und in der Basilika San Francesco, meine Mission pilgern für meinen Papa ist erfüllt.Hier in der Unterkirche wartet das verdiente Zertifikat L``Assisian auf uns. Ein Besuch der Grabstätte des Hl. Franziskus in der Unterkirche wirkt ebenso nachhaltig, wie der entschleunigte, kraftvolle und landschaftlich wunderschöne Cammino di Assisi.
Die Stadt Assisi eine sensationelle Altstadt mit der gut erhaltenen Festungsanlage
Rocca Maggiore und den alten römischen Stadtmauern. Wir bleiben hier noch auf zwei Kultur-Tage .
Nachwort zum Pilgern:
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