17.01.2018, 17:55 Uhr

Grüne fuhren mit E-Autos zum Atomprotest

Stellungnahme gegen den Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany wurde direkt dem Kraftwerksbetreiber übergeben.

NÖ (Aussendung der Grünen NÖ). Die Grünen Niederösterreich mit Badens Vizebürgermeisterin Helga Krismer an der Spitze wollen den 64.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern den Rücken gegen den Ausbau des AKW Dukovany stärken. Dieses liegt ja nur 32 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Eine ins tschechische übersetzte Stellungnahme wurde direkt beim Portier des Atomkraftwerkes übergeben. Die Tschechen haben die Frist genau in die Weihnachtszeit gelegt. Aber wir sind in Niederösterreich wachsam. „Es gibt keinen Kompromiss in Sachen Atomkraft. Wir werden dafür kämpfen, dass uns die Reaktoren nahe der Grenze nicht um die Ohren fliegen und unsere Lebensgrundlage atomisieren und zerstören“, gibt sich Helga Krismer kämpferisch. Die Grüne Spitzenkandidatin ist über die neue Bundesspitze enttäuscht. „Die Atomreaktoren rund um Österreich sind neben der Klimakrise die größte Bedrohung für Land und Leute. Ich erwarte mir auch von der Landeshauptfrau ein klares NEIN zum AKW Dukovany“, so Helga Krismer.

Die Kritikpunkte der Grünen:
Die Prüfung enthält keine Angaben zum Reaktortyp
Ein schwerer Unfall mit grenzüberschreitenden Auswirkungen kann nicht ausgeschlossen werden und wurden nicht berechnet und erläutert
Gesundheitliche Risken wurden nicht untersucht
Die Haftung im Falle eines schweren Unfalls ist unzureichend
Es sind keine Angaben bzgl. Zwischen- und Endlager der radioaktiven Abfälle genannt
Der Bedarf an weiteren AKW-Kapazitäten ist nicht nachgewiesen
Die CO2 Freiheit der Stromproduktion ist nicht nachgewiesen
Die kurze Frist für die Einwendungen verstößt gegen internationale Vereinbarungen

Im vergangene Herbst gab es zwei ungeplante Abschaltungen. Trotzdem wurde vor wenigen Wochen nicht nur die Betriebslizenz für zwei Reaktorblöcke auf unbestimmte Zeit verlängert, das AKW soll auch um ein bis zwei neue Blöcke erweitert werden. Dazu gab es ein grenzüberschreitendes Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP).
Näheres dazu findet man auf der Homepage der Grünen Niederösterreich

http://www.noe.gruene.at/themen/energie/sag-nein-zum-akw-ausbau-in-dukovany

Die Grünen Niederösterreich reisten übrigens mit zwei E-Autos nach Dukowany, die von der Guntramsdorfer Gemeinderätin Monika Hobek-Zimmermann über ECARREGIO (7 Gemeinden im Bezirk Mödling) organisiert wurden. „Damit haben wir Grüne wieder einmal gezeigt, dass Car-Sharing mit gutem Willen leicht möglich ist“, so Hobek-Zimmermann. Der Traiskirchner Stephan Bartosch (Nr. 2 im Bezirk Baden hinter Helga Krismer) von der IGJ-Initiative Grüne Jugend war für die Aufladung der Fahrzeuge verantwortlich.
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