10.09.2014, 00:00 Uhr

Rücktritt einer Polit-Arbeiterin

Lieblingspose von Elisabeth Schirk: allein im frischen grünen Becken im Thermalbad Vöslau

Stadträtin Elisabeth Schirk zieht sich aus allen Funktionen in der Vöslauer Poltik zurück. Grund: berufliche Überlastung und der Wunsch, endlich genüsslich "frei schwimmen" zu können.

Sie war bestimmt eine der fleißigsten und genauesten „Polit-Arbeiterinnen“ im Vöslauer Gemeinderat. Wenn die „Lies“ Schirk (SP-Stadträtin) sich um ein Thema annahm, da uferten die Recherche-Stunden aus und die Presseaussendungen wurden lang. Politik als Leidenschaft – danach „roch“ das Arbeitspensum von Elisabeth Schirk (56). Und doch erklärte sie Donnerstag voriger Woche ihren Rücktritt. „Ich habe ja auch noch einen Brotberuf, und der wird immer fordernder“, erläutert sie. Schirk ist parlamentarische Mitarbeiterin von Nationalratsabgeordneten Otto Pendl. Seit der nicht mehr Bürgermeister von Trumau ist, hält er sich mehr im Wiener Parlament auf, Schirk muss da mit. „Ich war oft mehr weg aus Bad Vöslau als da,“ erläutert die Ex-Mandatarin. „Und wenn man wenig aus der Gemeinde mitkriegt, kann man schlecht Gemeinderätin sein.“
Was wird sie denn am meisten vermissen? „Die Mitgestaltungsmöglichkeiten, Prozesse wie sie etwa bei der Moschee-Mediation, aber auch jetzt bei der Entwicklung des Tremelhofareals ablaufen.“


Manches bleibt ein Geheimnis

Und was wird ihr gar nicht abgehen? Schirk legt die Hand auf den Mund und rollt mit den Augen. Dann flüstert sie mir doch ein zweisilbiges Wort in den Mund. „Das darfst aber auf keinen Fall schreiben!“ Ich schüttle den Kopf, verspreche es hoch und heilig. Die offizielle Version lautet: „Dass ich meine Wochenenden nicht selbstbestimmt gestalten konnte, und jetzt kann ich das wieder."


"Lies" und das kalte Wasser

Die neue Freizeit wird sie noch bis Ende September ausgiebig im Vöslauer Thermalbad tun, sofern das Wetter mitspielt. Zu dem Bad hat sie eine besondere Beziehung. "Meine Mutter schmiss mich bei der Ursprungsquelle ins kalte Wasser und sagte 'Schwimm'. Bei meiner ersten Stadtparteisitzung der SPÖ sprang ich ebenfalls ins kalte Wasser der Stadtpolitik. Nun kann ich endlich frei schwimmen."
Ihr Nachfolger im Gemeinderat ist Mag. Michael Vozi-Kolbinger. SPÖ-Stadtparteiobmann Karl Wallner wird Fraktionsvorsitz und Stadtratsmandat übernehmen.
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