02.10.2014, 10:23 Uhr

Widerstand gegen Bauprojekt

Auf diesem Grundstück in Pottendorf soll zum Unmut der Anrainer ein Wohnhaus mit insgesamt acht Wohnungen entstehen.

Lärm, Parkchaos und erhöhter Grundwasserspiegel: Pottendorfer Anrainer machen gegen Bau mobil.

POTTENDORF. In Pottendorf sorgt derzeit ein Bauvorhaben für Unmut unter den dortigen Anrainern. In Neustift soll auf einem schlauchförmigen, 900 Quadratmeter großen Grundstück ein Wohnhaus für insgesamt acht Wohnungen entstehen. Die Anrainer fühlen sich jedoch von der Abwicklung des Projekts überrumpelt und haben einiges dagegen einzuwenden.

"Passt nicht zum Ortsbild"
"Zunächst einmal passt es nicht ins Ortsbild", so Marianne Schmitner, die neben dem Grundstück wohnt. "Hier gibt es vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser oder Bauernhöfe und jetzt soll hier ein Wohnhaus für zig Wohnungen entstehen." Zudem sei die Zufahrtstraße jetzt schon zu eng für die Anrainer, durch das größere Park- und Fahraufkommen entstünden zusätzlicher Lärm und Parkprobleme. Die Bebauung des Grundstückes führe auch dazu, dass sich der ohnehin hohe Grundwasserspiegel weiter erhöhe. "Schon jetzt haben wir nach jedem Regen oder bei Schneeschmelze das Wasser im Keller oder Garten", meint Schmitner. Weiters sei auch die Vorgehensweise der Gemeinde in dieser Angelegenheit "überrumpelnd" gewesen. "Wir hatten nur drei Werktage Zeit um uns für die erste Verhandlung vorzubereiten und Einspruch gegen den Bau zu erheben", erzählt die Frau. "Trotzdem haben wir es geschafft die Einwände einzuholen und schriftlich einzureichen." Nach der Verhandlung wurden daher Änderungen im Bauplan vorgenommen, bei einer zweiten Verhandlung gab es erneut Einwände der Anrainer. "Im Grunde war es derselbe Plan mit geringfügigen Abänderungen", meint Schmitner. In zwei bis drei Wochen sei ein neuer Plan zu erwarten. "Ich glaube aber nicht, dass der ganz anders aussehen wird", so die Anrainerin.

Bauverordnungskonform

Auf Nachfrage beim Pottendorfer Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner legt der eine andere Sichtweise dar. "Das Bauprojekt wurde zweimal von unabhängigen Sachverständigen begutachtet und für bauverordnungskonform erklärt", sagt er. "Daher kann ich als Bürgermeister oder die Gemeinde das Projekt nicht einfach ablehnen." Die Anrainer seien auch alle vorschriftsmäßig rechtzeitig per RSb-Brief über die Verhandlung informiert worden und nicht erst drei Tage davor - das könne von Seiten der Gemeinde belegt werden. Und was den Grundwasserspiegel betrifft: "Das Grundstück war davor ja schon bebaut, nur stand dieses Gebäude lange leer, da war das Grundwasser komischerweise kein Problem." Eine Grundwassererhöhung gebe es in dieser Gegend auch nicht. "Wenn es Starkregen wie Anfang September gibt, dann steht in ganz Österreich das Wasser, nicht nur dort", so der Bürgermeister.
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