16.10.2014, 00:24 Uhr

Laufbericht Badener Meilenlauf 2014

Gleich geht´s los!
Baden: Trabrennbahn Baden | Liebe LauffreundInnen,

der Badener Meilenlauf findet heuer zwar erst zum dritten Mal statt aber er scheint gut anzukommen - das Starterfeld wächst von Jahr zu Jahr! Ich habe mich wieder für den 3-Meilen Lauf angemeldet, knapp 5 Runden auf dem 1000m-Rundkurs der Trabrennbahn. Vor zwei Jahren gab es beim 3-Meilen Lauf 45 StarterInnen und ich konnte meine Klasse locker gewinnen. Letztes Jahr waren es schon 89 LäuferInnen und ich siegte nur noch hauchdünn vor Hannes (http://www.meinbezirk.at/baden/sport/laufbericht-b...). Heuer sind es 106 - ob ich da mein drittes Hufeisen ergattern werde? Denn nur die Klassensieger bekommen einen Hufeisen-Pokal, der Zweite und der Dritte müssen sich mit "gewöhnlichen" Medaillen begnügen. Das Wetter ist diesig trüb und nicht sehr heiß, also durchaus angenehm zum Laufen. Am Start treffe ich wie üblich einige Bekannte, u.A. Tugay und Stephen, der mich kürzlich beim Weinstraßenlauf ordentlich unter Druck gesetzt hat und im Frühling in Leobersdorf um 30 Sekunden abgehängt hat. Der wird sicher dafür sorgen wird daß mir nicht fad wird auch wenn Hannes nicht hier ist. Wir lassen kurz die Erinnerung an den Weinstraßenlauf Revue passieren, dann noch ein wenig Aufwärmen und ab zum Start.

Die alte Startmaschine ist - so wie ich es mir letztes Jahr erhofft habe - wieder einsatzbereit, breitet ihre "Flügel" aus und wir nehmen dahinter Aufstellung. Dann setzt sie sich brummend erst ganz langsam, dann immer schneller in Bewegung, der Pulk der LäuferInnen hinterher. Nach ein paar Sekunden passieren wir die Startmarkierung, der Startwagen beschleunigt röhrend weiter, klappt scheppernd seine "Flügel" ein und entschwindet den Blicken - und ich bin im Rennen. Stephen ist neben mir und wir fädeln uns schnellstmöglich auf der Innenspur ein. Bald bildet sich eine recht große Spitzengruppe aus vielleicht 25 Leuten die sich langsam absetzt. Aber ich weiß, daß hier viele zu schnell beginnen und bald zurückfallen, mein oder besser Stephen´s Tempo passt denn er läuft vor mir und ich orientiere mich an ihm. Und richtig - bevor wir nach gut 800m zum ersten Mal durch´s Ziel laufen haben wir schon ein paar Kontrahenten überholt. Mit 3:08 geht es in die zweite Runde, eine Spur schneller als letztes Jahr. Stephen macht weiterhin ein gutes Tempo, viel Zeit zum Rumschauen bleibt mir da nicht, ich muß mich voll auf mich und die Strecke konzentrieren - aber noch passt alles. Wir schnappen uns wieder zwei Leute und mit 7:03 geht es in die dritte Runde. Ich schaue daß ich immer dort laufe wo möglichst wenig Sand liegt aber ganz einfach ist das nicht, fast mit jedem Schritt verschleudere ich etwas Energie - aber das gilt für uns alle. Unser Tempo liegt immer noch unter einem 4er Schnitt, mein Puls ist zwar hoch aber es läuft gut - noch keine Probleme, die Sache macht Spaß! Wieder holen wir uns ein paar die langsamer werden und auch zu überrunden gibt es schon die ersten LäüferInnen.

Mit 11:00 geht´s in Runde 4. Ob es wohl auf einen Zielsprint zwischen mir und Stephen hinausläuft? Ich überlege mir schon einen Taktik wie ich das Finish anlegen werde ... na sowas ... mir kommt vor als ob wir etwas langsamer werden, nimmt Stephen etwa schon Tempo raus um Kraft für das Finale zu sparen? Nein, das wäre zu früh, es sind ja noch fast 2 Kilometer ... aber was dann? Kann er nicht mehr oder ist es Taktik daß er will daß ich vorbeigehe und Führungsarbeit übernehme? Was soll ich tun? Hmmm ... ich horche in mich hinein, stelle fest: Im Roten Bereich bin ich noch nicht, ein bisserl schneller geht sicher ohne daß mir die Luft ausgeht. Ein wenig warte ich noch ab aber kurz vor Ende der 4. Runde überhole ich Stephen und wir laufen auf Mario auf. Nachdem uns auch noch Christoph im Nacken sitzt geht es zu viert bei etwa 15:03 in die letzte Runde. Ich beschließe das Finale aktiv anzugehen und mache Tempo, überhole Mario und düse um die Südkurve. Jetzt sind schon ziemlich viele zu überrundene Leute unterwegs, ich muß aufpassen daß ich nicht geschnitten werde und selbst niemanden beim Überholen anremple, zwicke mich manchmal recht knapp zwischen Grasfläche und Läufer durch. Stephen sitz mir immer noch im Nacken aber ich lasse nicht nach, bleibe auf Zug und gegen Ende der Gegengeraden scheint es als ob ich ihn abgeschüttelt hätte. Allerdings hab ich nicht mehr mit Mario gerechnet - doch der zischt auf einmal an mir vorbei, legt in der Nordkurve ein mörder Tempo vor - ob ich da noch mitkann? Ich probier es, es sind ja nur noch etwa 200m bis in´s Ziel ... doch der Kerl wird schneller und schneller, keine Chance für mich. Beim Versuch mitzuhalten sehe ich daß ich sehr flott auf Gerald auflaufe dem anscheinend die Luft ausgeht, Mario ist schon an ihm vorbei ... na zumindest den krieg ich auch noch! Gas auf und - jawoooooohl, geschafft, Gerald gerade noch erwischt und mit 18:50 durch´s Ziel - SUPER!!! Damit hab ich meine Zeit vom Vorjahr um 25 Sekunden verbessert, affengeil!

Ein paar Sekunden nach mir kommt Stephen in´s Ziel - auch noch unter 19:00 - und ich gratulier ihm daß er mich zu einer neuen Bestzeit gehetzt hat ;-) Bleibt nur noch die Frage - reicht das für den Klassensieg? Durch mein Duell mit Stephen habe ich kaum auf andere Läufer geachtet, war da noch jemand vor uns? Die Siegerehrung etwas später klärt das - Stephen ist Dritter, damit bin ich Zweiter aber wer ist Erster? Ahhhh, der Günter, wie konnte ich den übersehen? Der hat ja heuer die Thermentrophy vor mir gewonnen ... ok, er ist erst dieses Jahr in die 50er-Klasse "aufgestiegen", ein Neuling sozusagen aber jetzt merk ich ihn mir! Ich muß aber neidlos anerkennen - mit 17:50 hat er mir eine Zeit vorgelegt die ich nie und nimmer geschafft hätte - noch nicht. Aber wenn ich mich in den nächsten beiden Jahren weiter so steigern kann wie im letzten, mal sehen. Also keine Sorge, ich hole mir noch mein drittes Hufeisen - vielleicht nicht 2015 aber spätestens wenn ich in die 60er Klasse aufsteige ;-)))

So, das war´s vom 3. Badener Meilenlauf, morgen wartet mit dem Harzbergsprint das nächste Rennen auf mich, bin gespannt wie es mir da geht.

LG + cu

Hans

P.S.: Die Gesamtwertung gewinnt Wolfgang Mangold in 16:23 recht klar vor Stefan Eder und Hannes Hermann. Überraschend allerdings der 4. Platz, die Siegerin der Damenwertung - Annabelle-Mary Konczer in ausgezeichneten 17:02! Weitere Info´s, Ergebnisse und Bilder gibt es auf http://www.trirunnersbaden.at/

P.P.S.: Gratulation an die Veranstalter, das Rennen ist eine tolle Bereicherung der Laufszene im Raum Baden und durch seine unterschiedlichen Streckenlängen auch für Anfänger und Familien sehr gut geeignet - ohne daß schnelleren Leuten dabei fad wird. Ich freue mich jedenfalls schon auf die 2015er Ausgabe - mögen euch die Hufeisen nicht ausgehen!
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.