15.09.2014, 16:44 Uhr

Laufbericht Weinstraßenlauf 2014

Am Anstieg zum Eichkogel - Stephen ist mir auf den Fersen (Foto: Hannes Steiner - derFisch.at)
Pfaffstätten: Einödstraße | Liebe LauffreundInnen,

den Weinstraßenlauf 2013 habe ich ordentlich vermurkst, bin ihn viel zu überheblich angegangen. Nachzulesen unter http://www.meinbezirk.at/moedling/sport/weinstrass...
Aber sowas soll mir nicht noch einmal passieren. Diesmal bin ich voll motiviert, mein Knie ist wieder heil wie ich schon beim Wörthersee-Halbmarathon vor einer Woche gemerkt habe also gilt: Meine Bestzeit von 41:58 aus 2012 MUß fallen! Mein Traum wäre ja eine 40er Zeit aber da müsste wirklich alles passen ...

Das Wetter ist bewölkt und nicht zu heiß, also gute Laufverhältnisse, aber es sind Regenfälle prognostiziert. Daher werde ich nicht wie letztes Jahr über Wanderwege von Mödling nach Baden zurücklaufen sondern habe Sohn Patrick als Taxi engagiert der mich zurückbringen soll. Zur Startnummernausgabe nach Pfaffstätten fahre ich diesmal mit dem Fahrrad - ich möchte halbwegs pünktlich da sein. Wie erwartet treffe ich dort gute Bekannte, allen voran Ralf der letztes Jahr die 50er Klasse vor mir gewonnen hat. Natürlich brenne ich auf Revanche aber - da werden außer uns zwei wohl auch noch ein paar andere mitzureden haben ;-) Zum Aufwärmen laufe ich ein wenig durch die Weinberge - auf Wegen, auf denen ich oft mit meiner Hündin Kira am Abend und in der Nacht unterwegs
bin. Da kenn ich wirklich jeden Weg und Steg - wenn das kein Heimvorteil ist. Den muß ich diesmal wirklich nutzen! Also auf zum Start, noch ein paar Freunde begrüßt und 3-2-1-LOS!

Auf der Schleife durch Pfaffstätten mach ich gleich einmal Tempo, lasse Ralf hinter mir - nur nicht unnötig Zeit verlieren! Aus Pfaffstätten hinaus bildet sich eine Spitzengruppe, die davonzieht aber ich bin beim Verfolgerpulk vorne mit dabei. Die Steigung durch die Kurven hinauf zum Bühel bleib ich auf Druck, schließe zu ein paar Leuten auf die vom Spitzenpulk abgerissen sind. Trotzdem überholen auch mich einige Läufer. Drüben runter durch die S-Kurve hole ich mir zwei von denen wieder, dann durch die Senke und die lange Gerade leicht bergauf Richtung Gumpoldskirchen - nur nicht nachlassen! Noch geht es, der Puls ist zwar hoch aber nicht zu hoch. Jetzt von der Weinbergstraße links ab, hinauf in die Weingärten - Tempo eine Spur runter, dennoch überhole ich weiter. Nach 300m geht´s wieder rechts ab und auf der kleinen Weingartenstraße flach parallel zur Hochquellenwasserleitung dahin. Wenn ich mit Kira hier laufe ist das immer eines unserer Tempo-Trainings-Stücke also versuche ich es auch jetzt so zu halten - schnell und locker bleiben, vorbei an der großen Lacke, dann an der Kapelle, die Rechts-Links-Kombination und leicht bergab wieder zur Weinbergstraße ... geht ganz gut. Trotzdem habe ich das Gefühl daß mir jemand im Nacken sitz - da piepst doch ab und zu was hinter mir - eine Pulsuhr oder was ist das? Hinein in den Ort, links um´s Eck und dann gleich wieder rechts - hier ist die Labestelle. Ich brauche nicht viel, nur einen Becher Wasser über den Kopf, das tut gut und schon geht's weiter. Doch die kurze Verzögerung hat gereicht - der "Piepser" schiebt sich an mir vorbei - das ist doch der Stephen! Der war schon ein paarmal knapp hinter mir, scheint ein zäher Kerl zu sein, er wird auch immer schneller je älter er wird ;-) Und da ist auch die 5Km-Markierung - 20:05! Nicht schlecht, klar besser als letztes Jahr. Doch nun kommt der schwierigere Teil mit dem langen Anstieg hinauf zum Eichkogel, da sinkt der Kilometerschnitt ordentlich, eine 40er Zeit werd ich wohl nicht schaffen.

Aber zunächst muß ich mich um Stephen kümmern. Bei Bergläufen war ich heuer recht gut, das sollte mir hier doch helfen! Erfrischt durch den Becher Wasser gebe ich etwas Gas, arbeite mich aus Gumpoldskirchen hinaus wieder an Stephen vorbei. Ja, das macht Spaß da bergauf anzuziehen, durch die
S-Kurve und hinaus auf die Gerade, oberhalb von Thallern vorbei. Ich halte das Tempo hoch, höre aber trotzdem immer wieder das Piepsen hinter mir. Km6 und 24:30 - daß ich hier den 4er Schnitt nicht halten kann war klar und es geht weiter bergauf. Aber mir geht es gut, gleichmäßig ziehe ich dahin, genieße diesen Anstieg und die Aussicht hinunter auf Thallern und in´s Wiener Becken richtig. In der scharfen Kurve vor dem Eichkogel lauert ein Fotograf - na da mach ich doch gerne ein freundliches Gesicht! Ist auch wirklich eine schöne Stelle für ein Foto, mit viel Landschaft im Hintergrund die in der Unschärfe verschwimmt wenn man mit Tele und offener Blende fotografiert - und das macht der hier sehr gut wie man später auf den Fotos sehen wird ;-) Km7 und 29:10 - fast eine Minute schneller als letztes Jahr! Und - täusche ich mich oder ist das Piepsen hinter mir leiser geworden? Fängt Stephen an abzureissen? Wie auch immer, beides spornt mich an, draufbleiben! Nur noch ein kurzes Stück bergauf, dann habe ich es geschafft und bin oben beim Panoramarestaurant am Eichkogel. Ab jetzt geht es nur noch bergab bis in´s Ziel, also Tempo! Bei der Serpentine ein Blick aus den Augenwinkeln zurück - tatsächlich, Stephen ist bereits 50m hinter mir und bergab bin ich üblicherweise recht flott - da sollte nichts mehr passieren. Aber wie steht es mit der Zeit? 8Km und 33:20 - eine persönliche
Bestzeit geht sich da locker aus doch für eine 40er Zeit darf ich für die letzten beiden Kilometer höchstens 7:40 brauchen - nicht leicht auch wenn´s bergab geht. Also mit Schwung an der HTL vorbei, die Technikerstraße runter - Km9 und 37:05 - sehr gut aber das wird trotzdem eng, das letzte flache Stück durch die Guntramsdorfer Straß und die Badstraße zieht sich immer fürchterlich. Ich will nicht noch einmal so einfahren wie letztes Jahr und mich vertrödeln sondern beiße die Zähne zusammen und halte mein Tempo auch wenn es jetzt schon schwerfällt ... der Zielbogen kommt in Sicht aber die Badstraße will kein Ende nehmen ... weiter, weiter ... Leute schreien und feuern an, ich versuche
noch sowas wie einen Zielsprint und - durch! Schwer atmend gleich der Blick auf die Uhr - 40:56!!! Geschafft, SUPER, traumhaft, ich freu mich riesig - auch wenn ich mich erschöpfter fühle als nach dem Wörthersee-HM!

Nach dem Ausschnaufen, einer Stärkung am Zielbuffet und Laufanalysen mit Freunden und Bekannten (he, Oliver und Daniel habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen!) geht es zum Heurigen Pferschy-Seper zur Siegerehrung. Der Regen hat ein Einsehen mit uns und lässt auf sich warten, so nutze ich die Zeit im gemütlichen Gastgarten um mit Wolfgang und Ralf ein wenig zu plaudern. Dann ist es soweit: Den Gesamtsieg holt sich Mario Weiß in 33:46 vor Wolfgang Mangold und Wolfgang Pucher. Daß ich zum dritten Mal hintereinander den 2. Platz in meiner Klasse belege stört mich nicht. Dieses Silber glänzt wie Gold - der Siegfried als Klassensieger ist (noch ;-) außer Reichweite, den Stephen
hab ich knapp aber doch abgehängt und die Revanche an Ralf, der 4. wird ist auch gelungen - dazu noch meine "Traumzeit" erreicht und Spaß gehabt - besser kann ein Rennen nicht laufen :-)

Soviel aus Mödling,

LG + cu

Hans

P.S.: Info´s, Ergebnisse und Fotos gibt es auf http://www.weinstrassenlauf.at/
Bleibt noch zu erwähnen daß die Organisation des Laufes wieder tadellos war, genauso wie die Zielverpflegung (hmmmm die Kuchen ;-)
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