ZEHNJAHRESBILANZ EINER WOHNHAUS-PHOTOVOLTAIKANLAGE
Klimaschonender Strom aus der Sonnensteckdose

So ein Weihnachtstag wie der aus 2019 ist jedenfalls für die PV-Anlage optimal !
3Bilder
  • So ein Weihnachtstag wie der aus 2019 ist jedenfalls für die PV-Anlage optimal !
  • hochgeladen von Anton Herzog

Der smarte Energiefänger auf dem Dach unseres Einfamilienhauses arbeitet nun bereits volle 10 Jahre ohne Probleme. Das ist eine gute Zeitspanne um für uns, auch vergleichend für andere Betreiber einer solchen Klein-PV-Anlage oder für interessierte Klimaschutzfreunde eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Ein paar relevante Informationen vorweg

2009 ließen wir am Sonnenweg im unteren Ranshofen auf der 35° geneigten und nach Süden ausgerichteten Dachseite 26 Stück polykristalline Photovoltaik-Module mit einer Normgesamtleistung von 4,68 kWp montieren. Die Installation erfolgte netzgebunden. Ziel war ein möglichst hoher Eigenverbrauch des erzeugten Sonnenstroms. Überschüsse sollten ins öffentliche Netz eingespeist und fehlender Bedarf daraus entnommen werden.

Hinsichtlich Energiebedarf unseres Hauses ist dies anzuführen: Das sehr gut isolierte Gebäude hat 222 m2 beheizte Wohnfläche und wird ständig von zwei, aber des Öfteren auch mit bis zu zwölf Personen bewohnt. Die sehr großen Fensterflächen ermöglichen viel Wärmeeintrag bei Sonnenschein. Für die heute üblichen Haushaltselektrogeräte wird Strom benötigt, dazu vor allem auch für die Warmwasserbereitung, die Heizung im Winter bzw. die Kühlung im Sommer. Eine Grundwasser-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher, ein Kühlmodul, eine Fußbodenheizung mit Betonkernaktivierung und eine Wohnraumlüftung mit Kreuzstrom-Wärmetauscher samt Zuluft-Erdvorwärmung sind dazu vorhanden. Alle Energieverbraucher im Haus benötigen elektrischen Strom (nichts geht über Gas, Öl, Pellets, Holz etc.).

PV-Zehnjahresbilanz (1.1.2010 bis 31.12.2019)

Durchschnittlich arbeitete die PV-Anlage pro Jahr 4.210 Stunden und erzeugte dabei je 5.045 kWh Strom. Davon gingen 2.031 (also rd. 2/5 oder 40 % der Produktion) in den Eigenverbrauch und 3.014 ins öffentliche Netz. Vom jährlichen Gesamtstrombedarf schafften wir damit eine Deckung von 34 Prozent. Ein Leistungsnachlass der Anlage ist nach 10 Jahren nicht offensichtlich, so wurden z.B. 2010 nur 4.701 kWh erzeugt, in 2019 waren es 5.226, in 2015 gab es 5.155 und als Spitzenjahr scheint 2011 mit 5.474 kWh auf.

Resümee aus unserer Sicht

Dank unseres Verbrauchsverhaltens und unserer technischen Gegebenheiten können wir den Hauptenergiebedarf (für Warmwasser, Heizung, Kühlung) vorwiegend auf die PV-produktive Tageszeit beschränken und damit eine sehr gute Eigenverbrauchsquote von 40 Prozent des eigenen Photovoltaikstromes erreichen. Bei zahlreichen ähnlichen Haushalten mit PV-Anlage liegt diese Quote unter 30.

Eine Verbesserung wäre mit einem hauseigenen Stromspeicher möglich. Dieser könnte den tagsüber überschüssigen Strom teilweise aufnehmen und abends und in der Nacht wieder zur Verfügung stellen und damit die Entnahme aus dem öffentlichen Netz reduzieren. Laut Energiesparverband OÖ könnten so bis zu 70 Prozent des PV-Stroms zur teilweisen Deckung des Bedarfes dienen.

Die Zukunftsperspektiven

Unser Verbesserungsansatz liegt, wenn ein Fahrzeugwechsel ansteht und sobald sich der Finanzbedarf dafür noch etwas verringert, in der Einbindung eines Elektroautos ins Hausenergiemanagement. Der Akku des Autos wird dann die oben erwähnte PV-Strom-Aufnahme und –Abgabe als Zusatzfunktion zur umweltschonenderen Mobilität übernehmen.

Was allen Freunden einer Photovoltaikanlage aber als große Einschränkung bleibt, selbst wenn der tageszeitlich nicht kontinuierliche Stromanfall mittels Akkulösung geglättet wird, das ist die gravierende Schwankung der Produktionsmenge zwischen Sommer und Winter. Unsere Anlage erzeugte als Beispiel 2018 im Juni 707 und im Dezember 89 kWh. Die Ausreißer waren der Nebelmonat 01/2010 mit 45 und der Sonnenmonat 07/2013 mit 877 kWh. Der Monatsschnitt von 420 kWh über 10 Jahre zeigt das Bild rosiger. Schön wäre es, wenn die Überproduktion des Sommers im energiefressenden Winter mit den langen und kalten Nächten verbraucht werden könnte. Leider ist hier die Speichertechnik noch lange nicht so weit und schon gar nicht zu einem vernünftigen Preis.

Das nach sattsam Liebhaberei die Investitionen in energiesparende und alternative Maßnahmen später doch auch finanzielle Freude aufkommen lassen, das zeigen unsere derzeitigen monatlichen Stromkosten von Euro 57,00 fürs ganze Haus – inkl. Warmwasser, Heizung, Kühlung, Lüftung und reichlich sparsamer elektrischer Gerätschaft unserer technikbeladenen Zeit.

PS: Zum Thema noch eine Berichtskopie aus der Braunauer Warte am Inn aus 2009 im Bildanhang.

Autor:

Anton Herzog aus Braunau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.