Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

Ein wesentlicher Anteil der Geschlechtskrankheiten könnte durch die Verwendung von Kondomen verhindert werden.
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BEZIRK. "Während die Immunschwächekrankheit AIDS in Österreich deutlich seltener auftritt als in Osteuropa und den Entwicklungsländern, treten hier andere sexuell übertragbare Krankheiten wie die Infektion mit Chlamydien oder humanen Papilloma-Viren (HPV) in den Vordergrund", weiß Primar Walter Dirschlmayer, Abteilungsleiter Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Die "klassischen" Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe (Tripper) hätten vorübergehend an Bedeutung verloren. Für alle gilt, dass ein wesentlicher Anteil durch die Verwendung von Kondomen verhindert werden könnte.

Aids "Acquired Immune Deficiency Syndrome)
Weltweit sind etwa 33,3 Millionen Menschen HIV-infiziert. In Österreich kommen jährlich 300 bis 500 Neuinfektionen hinzu. Infektiös sind Blut, Sperma und Scheidensekret, nicht aber Speichel. Auch eine Übertragung von Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind ist möglich, kann aber durch entsprechende Maßnahmen gesenkt werden. "Es gibt mittlerweile eine Reihe von Medikamenten, die die Erkrankung in ihrem Verlauf günstig beeinflussen können. Eine definitive Heilung ist derzeit aber noch nicht möglich", so Dirschlmayer.

Chlamydien
Eine Chlamydieninfektion ist eine bakterielle Erkrankung, nahezu ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Obwohl die Infektion oft ohne Symptome verläuft, können schwerwiegende Komplikationen auftreten wie zum Beispiel vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft und nachfolgend eine Frühgeburt oder eine Eileiter-Entzündung mit nachfolgender Unfruchtbarkeit. Bei einer nachgewiesenen Chlamydieninfektion sind eine kurzzeitige Therapie sowie die Behandlung des Partners unbedingt erforderlich.

Humane Papilloma Viren (HPV)
Rund 75 Prozent aller Frauen haben in ihrem Leben Kontakt mit einem dieser Viren. Ein Großteil dieser symptomlosen Infektion heilt von selbst aus. Die Übertragung erfolgt meist, aber nicht ausschließlich durch sexuellen Kontakt. Abhängig vom Virustyp können Erkrankungen wie Feigwarzen, aber auch bösartige Tumore des Gebärmutterhalses und seltener von Scheide, After oder Penis entstehen. "Es gibt inzwischen eine äußerst effektive Impfung, die etwa 98 Prozent dieser virusbedingten Erkrankungen verhindert. Voraussichtlich ab 2014 wird diese Impfung kostenlos für alle 9- bis 14-Jährigen angeboten", informiert Dirschlmayer.

Gonorrhoe (Tripper)
Diese bakterielle Infektion ist heute im Wesentlichen auf Risikogruppen beschränkt.
Patientinnen mit Gonorrhoe haben großteils keine oder nur unspezifische Symptome. Die Diagnose durch bakteriologische Abstriche ist einfach. Die Therapie mittels Antibiotikum ist effektiv. Eine Partnertherapie ist verpflichtend.

Syphilis (Lues)
Lues ist derzeit eine sehr seltene Erkrankung. Allerdings konnte in den letzten Jahren wieder eine leichte Zunahme dieser Erkrankung festgestellt werden. Die Infektion erfolgt praktisch ausschließlich durch sexuellen Kontakt. Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum. Eine Partnertherapie ist erforderlich.

Ein wesentlicher Anteil der Geschlechtskrankheiten könnte durch die Verwendung von Kondomen verhindert werden.
Primar Walter Dirschlmayer, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried

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