Gemeinsam gegen Gewalt

Durch Präventionsarbeit kann Radikalisierung verhindert werden
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  • Durch Präventionsarbeit kann Radikalisierung verhindert werden
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Terrorismus. Krieg. Diese beiden Themen verlieren leider wohl nie an Aktualität und werden sehr oft mit dem Islam verbunden. Allgemein wird viel über und im Namen des Islams gesprochen. Am 19.10, dem "Tag der offenen Fragen" des Islamischen Friedenszentrums, kam zur fairen Abwechslung der Islam selbst zu Wort. Welche Meinung vertritt der Islam dazu?

Wir sehen Gruppen, die sich als Muslime bezeichnen und ihre Gruppen sogar nach dem Islam benennen. Sie sind gesetzlose Krieger, die anscheinend das islamische Gesetz an die Macht zu bringen wollen. Sie kennen keine Grenzen in der Brutalität, töten, wer ihnen im Wege steht und nehmen Unschuldige als Geißeln. Aber: Bedeutet es, nur weil sie sich nach etwas benennen, dass sie es auch sind? Bedeutet es, nur weil solch grausame Gruppen den Glauben als „Deckmantel“ und Rechtfertigung ihres Tuns verwenden, dass sie auch die Wahrheit sprechen? Leider wird es oft so angenommen, wie diese Organisationen es aussprechen. Das Resultat: Muslime weltweit stehen unter Generalverdacht, die Religion wird durch den Dreck gezogen.

Maßstäbe als Heilmittel

Wenn jemand behauptet er sei Arzt, jedoch keine Medizin zu verschreiben weiß, glauben wir das dann auch so schnell? Hier, wie auch in vielen Bereichen, muss es einen Maßstab für den Titel geben. Die Muslime sind kein Maßstab für den Islam, sowie nie ein Mensch Maßstab für irgendeine Religion ist (mit Ausnahme der Profeten). Nur wenn wir wissen, was der Islam lehrt, können wir uns von solchen Gruppen freisprechen, sie verurteilen und uns gegen sie vereinen. Der Maßstab des Islams ist der Koran (mit der Interpretation) und das Vorleben des Profeten Mohamed. Der Islam hat klare Regelungen. Wer sich Muslim nennt und gegen „Grundgesetzte des Islams“ derart verstößt, wie wir es heute weltweit sehen können, präsentiert lediglich seine zerfallene Persönlichkeit, sein Unverständnis und seine Unwissenheit. So kann nur derjenige diese Greueltateten dem Islam zuschieben, der kein Wissen hat, was den Islam überhaupt ausmacht. Wenn in der Gesellschaft zu wenig Wissen und falsches Verständnis herrscht und noch dazu Maßstäbe für die Religion fehlen, können wir sehr gut beobachten, wie sich Angst und Hass breit machen.

Islam verurteilt Gewalt aufs Schärfste

Was lehren uns nun die Maßstäbe des Islam? Der Profet Mohamed, das Vorbild der Muslime, lehrt, dass wir alle am Tage des Gerichts vor Gott stehen und befragt werden. Wer nur eine einzige Person getötet hat, der trägt bei Gott (laut Koran) die schwere Schuld im Gewicht „als hätte er die gesamte Menschheit getötet!“. Der Islam verurteilt aber nicht nur Mörder, sondern auch jene Personen, die Gewalttaten befürworten. So werden viele Menschen vor Gott Mörder sein, die selbst zwar nie Waffen trugen oder selbst nie töteten, jedoch für Gewalt waren oder für Gewalt predigten. Jene haben bei Gott den gleichen Stellenwert der Mörder.

Religion als "Deckmantel"

Religion war noch nie ein Auslöser für Krieg und das wird sie auch nie sein. Denn ganz egal welche Religion man sich genauer ansieht, setzt sich für den Frieden ein und fordert die Menschen zum Guten und zum Frieden. Die Menschen haben dies jedoch immer schon missbraucht und im Namen der Religion Kriege geführt. So entstanden zB. „Kreuzzüge“ oder „Heilige Kriege (Dschihad)“. Das Wort „heiliger Krieg“ gibt es im Islam in Wirklichkeit gar nicht und ist eine falsche Übersetzung. „Dschihad“ bedeutet „Anstrengung“. Eine Anstrengung kann in allen Formen geschehen, in allen Bereichen des Lebens. Zum Beispiel jemandem zu helfen, nach Wissen zu streben, usw. wird als positive Anstrengung (=Dschihad) betrachtet. Aber auch ein Krieger kann ein „Mudschahid“ (derjenige der sich für etwas anstrengt) sein. Das gilt jedoch nur in Form von Verteidigung, sofern es keinen Ausweg gibt. Wenn man angegriffen und vertrieben wird, darf man sich solange verteidigen, wie man selbst bekriegt wird. Alle Verse im Koran, die von Kampf handeln - bis auf einen einzigen - sprechen nicht vom Recht auf Krieg, sondern vom Recht im Krieg. Der eine einzige Vers, der das Recht auf Krieg anspricht, betont diesen als Reaktion (klare Verteidigung) und niemals als Aktion.

Wer dies nicht versteht/verstehen will/kann, wird den Islam unberechtigt und unwissend als Hassreligion abstempeln und soll wissen, dass er mit dieser Vorgehensweise wohl nie zu einem klaren Verständnis irgendeiner Religion kommen kann.

Wo: Islamisches Friedenszentrum, Quellenweg 14, 5280 Braunau am Inn auf Karte anzeigen
Autor:

Jasmina Abdelrahman aus Braunau

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