„Meine Arbeit bei Lidl ist spannend und fordernd“

Christian Schug

Christian Schug besuchte die HAK in Braunau. Heute ist er Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl Österreich.

BezirksRundschau: Herr Schug, wussten Sie schon während der Schulzeit, was Sie einmal beruflich machen wollen?
Schug
: Jein. Man muss es anders sagen. Ich wusste genau, was ich sicherlich nicht wollte. Nach der kaufmännischen Grundausbildung in der HAK wollte ich erst einmal einen geisteswissenschaftlichen Kontrapunkt setzen. Das habe ich mit einem Studium der deutschen Philologie und Kommunikationswissenschaften auch gemacht. Damit war ich dann auch offener für andere berufliche Möglichkeiten, zum Beispiel auch in Richtung Journalismus. Aber ein ganz konkretes Berufsbild oder einen expliziten Berufswunsch gab es noch nicht. Ironischerweise hatte ich das nur als Kind. Laut den Erzählungen meiner Mutter wollte ich so mit drei Jahren schon „Chef“ werden. Ein etwas eigenartiger Berufswunsch, aber es hat offensichtlich ganz gut geklappt.

An welches Erlebnis in der Schule erinnern Sie sich noch besonders gut und gerne?
Ich bin immer gerne in die Schule gegangen. Nicht weil ich so auf die Schule gestanden bin, sondern einfach, weil ich da viel Spaß mit Freunden hatte und ich grundsätzlich ein neugieriger Mensch bin. Ich habe immer gerne diskutiert und interessanten Menschen zugehört. Und ich fand Lernen – im Sinne von Wissen aneignen – immer schon spannend. Auch wenn ich im Hinblick auf die „Quantität des Lernens“ doch eher faul war. So war die Schule für mich eigentlich immer okay. Natürlich gab es auch punktuelle Highlights wie Skikurse und Wienwoche, wo es die eine oder andere Anekdote zu erzählen gäbe. Die Zeit zwischen 14 und 19 Jahren ist wie vermutlich für jeden auch für mich eine sehr prägende Zeit gewesen, an die man sich gerne und mit einem breiten Grinsen zurückerinnert. Und wenn man sich alte Fotos anschaut, dann muss man sowieso lachen. Die 80er-Jahre waren ja modisch generell ein Verbrechen. Das beweisen solche Fotos sehr eindrücklich.

Erzählen Sie unseren Lesern von Ihrem Werdegang: Wie ging es nach der HAK Braunau weiter?
Ich habe direkt nach der Schule noch einige Monate in der Industrie als Arbeiter gearbeitet. Weil ich Geld brauchte für das Studium und weil ich auf den Zivildienst warten musste. Ich hatte ja noch die Ehre, meine Entscheidung gegen den Wehrdienst vor einer Zivildienstkommission verteidigen zu müssen. Danach ging es nach Salzburg, zum Studium der Dt. Philologie und Kommunikationswissenschaften. Parallel dazu habe ich in einem Büro und in den Ferien in der Schwerindustrie gearbeitet. Nach meinem Abschluss war ich noch kurz in der Elisabethbühne in Salzburg Regieassistent. Danach begann meine Karriere im Handel. Ganz klassisch als Trainee im Vertrieb, danach 2002 der Wechsel in den Einkauf. Dort habe ich dann viele Aufgaben und Positionen durchlaufen und nach ein paar Jahren auch die Gesamtverantwortung für den Einkauf, die Werbung und die Qualitätssicherung übernommen. Schließlich wurde ich Mitglied der Geschäftsleitung, durfte parallel zu meinen Aufgaben in Österreich noch die Lidl Einkaufsorganisation in Slowenien aufbauen, leiten und in die „Selbstständigkeit“ entwickeln. Ja und im Herbst 2015 kam dann der Ruf nach der Gesamtleitung des Unternehmens in Österreich.

Was waren die wichtigsten Stationen in Ihrem Leben?
Ich weiß eigentlich nie, was man auf so eine Frage antworten soll. Das Leben ist so voll mit spannenden und wichtigen Momenten, egal ob es die Freunde, die Liebe, die Familie oder das Berufliche betrifft. Das Private ist für mich auch privat. Das gehört in keine Zeitung. Die beruflichen Highlights waren eigentlich alle mit der Entwicklung von Lidl verbunden. Diese Entwicklung begleiten und mitgestalten zu dürfen: Von einem ganz kleinen, unbedeutenden Player in Österreich mit vielen Startschwierigkeiten, hin zu einem modernen, leistungsfähigen Unternehmen, das in Österreich angekommen ist. Das war und ist echt spannend und fordernd.

Hat Sie die Zeit in der HAK Braunau geprägt?
Die HAK war ein super Format für mich. Sie hat mir das Rüstzeug für das Berufsleben mitgegeben und mir beruflich wirklich genutzt. Trotzdem gab es genug Möglichkeiten, links und rechts vom wirtschaftlichen Schwerpunkt noch anderen Interessen nachzugehen. Also ich würde nicht sagen, sie hat mich geprägt, sondern die HAK hat mich super begleitet.

Ihr Rat an den HAK-Schüler Schug von damals?
Oh je, der Schüler von damals. Ich war als Schüler schon sehr effizient und ein echter Minimalist, was den Lerneinsatz betrifft. Also da würde ich aus heutiger Sicht tatsächlich bei dem einen oder anderen Fach mehr investieren. Und vor allem: Die Möglichkeiten nutzen, egal ob Übungsfirma, Schulaustausch ins Ausland oder vieles mehr. Die heutige HAK bietet da ja echt viele super Möglichkeiten, die es zu meiner Zeit noch nicht gab oder die gerade erst in den Anfängen steckten. Und ich würde versuchen, in viele verschiedene Praktika in den Ferien, in verschiedene Branchen hinein zu schnuppern. Als junger Mensch weißt du nicht immer genau, was du willst. Und du solltest viele (Berufs-)Welten kennenlernen, um genau herauszufinden, was dir gefällt und was nicht. Und viel fragen, zuhören und hinterfragen. Auswendig lernen bringt ja nichts, das hat man morgen wieder vergessen. Man muss versuchen die Welt zu verstehen.

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