Anwohner fühlen sich abgeschnitten

Bürgermeister Robert Wimmer warnt davor, in Nöfing oder Oberreikersdorf über die geschlossenen Übergänge zu spazieren.
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  • hochgeladen von Barbara Ebner

SANKT PETER AM HART (ebba). Die Bürger in Oberreikersdorf und Nöfing fühlen sich von der Gemeinde St. Peter im Stich gelassen. Der Grund: Die beiden technisch ungesicherten Bahnübergänge "Nöfing" und "Oberreikersdorf" wurden am 30. Oktober stillgelegt. Die Gemeinde erhofft sich dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Denn in der Vergangenheit kam es hier immer wieder zu Unfällen.

"Ich verstehe nicht, warum man das mit der Bahn nicht anders verhandeln konnte. Indem man eine Ampel oder einen Schranken errichtet. Egal mit wem man darüber spricht, alles schimpft! Wir fühlen uns vom Ort abgeschnitten", schildert Ulrike Pointecker aus Nöfing. "Durch die Schließung der Bahnübergänge müssen wir viel mehr Umwege machen. Mit dem Rad oder zu Fuß kommen wir nur über die enge und dadurch gefährliche Bezirksstraße nach St. Peter. Da kann man doch nicht von einem Beitrag zur Verkehrssicherheit sprechen! Ich mach mir da vor allem Sorgen um die Kinder", sagt Pointecker.

Illegale Übertretungen

Die Umwege, die sich durch die dauerhafte Schließung der Bahnübergänge ergeben, wollen einige Anwohner nicht hinnehmen. "In Oberreikersdorf gehen so viele Leute einfach trotzdem drüber, dass schon ein eigener Weg entstanden ist", verrät Pointecker. Das ist auch Bürgermeister Robert Wimmer nicht entgangen. Die geschlossenen Übergänge wurden extra noch mit Betonschranken abgesperrt. Wimmer mahnt: "Sowohl in Oberreikersdorf als auch in Nöfing laufen die Leute illegalerweise über die geschlossenen Übergänge. Das ist absolut verboten! Daher werden sowohl Exekutive als auch ÖBB das Ganze verschärft überwachen. Hier ist mit Strafen in Höhe von rund 300 Euro zu rechnen."

Wimmer: "Einsatz für die Bürger vonseiten der Gemeinde war groß"

Der Ortschef kann den Unmut zwar nachvollziehen, nicht aber, dass man der Gemeinde den schwarzen Peter zuschiebt. "Die ÖBB hat die Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt. Von acht ungesicherten Bahnübergängen sollten fünf geschlossen, drei gesichert werden. Die Gemeinde konnte lediglich entscheiden, ob Aselkam oder Jahrsdorf gesichert oder stillgelegt werden soll. Den Beschluss hatten wir bis Juni 2015 zu fällen, ansonsten hätte die ÖBB die Kosten für die Sicherung der Übergänge nicht übernommen. Mein Vorgänger Rüdiger Buchholz hatte sich damals dafür eingesetzt, dass Nöfing eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger bekommt. Das Projekt wurde mit einer Million Euro beziffert und die ÖBB signalisierte keine Bereitschaft, das Projekt umzusetzen."

Drei Übergänge gesichert, fünf geschlossen

Mit Lichtzeichenanlagen gesichert wurden schließlich die Übergänge Aching-Süd, Aching und Jahrsdorf entlang der Mattigtalbahn. Die Umsetzung erfolgte bereits im April 2016. Weitere drei Übergänge – Meinharting, Ofen und Aselkam – wurden geschlossen. Nun, mit Oktober, kam es zur Stilllegung der letzten beiden Übergänge. Kritik üben die Bürger auch aufgrund einer bislang noch nicht umgesetzten Ersatzstraße. Laut Bürgermeister kommt diese noch, samt Radweg. Das Land OÖ gibt sich hierfür aber bis 2024 Zeit. "Wir hätten uns bemüht, das Projekt zeitnahe mit der Schließung zusammen zu bringen, aber bei ÖBB und Land hat das Projekt keine Priorität", erklärt Wimmer. Eine Begleitstraße im Bereich Ofen/Aching wurde bereits umgesetzt.

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