„Braunauer müssen sich nicht schämen“

Vier Prozent der Befragten gaben an, es wäre besser Hitlers Geburtshaus in der Salzburger Vorstadt in Braunau abzureißen.
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  • Vier Prozent der Befragten gaben an, es wäre besser Hitlers Geburtshaus in der Salzburger Vorstadt in Braunau abzureißen.
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BRAUNAU, WIEN (höll). „Ich kenne einige Brauauer, die ihren Heimatort verschweigen, um unangenehmen Diskussionen über Hitler aus dem Weg zu gehen. Das war auch der Ausgangspunkt meiner Diplomarbeit“, erklärt Judith Forster.

313 Braunauer hat sie für ihre Studie zum Thema „Wie gehen Sie mit dem historischen Erbe Braunaus um“ befragt. „Die Aktualität des Themas ist größer, als ich dachte. Fast jeder Braunauer wurde bereits mit dem Hitler-Erbe konfrontiert“, berichtet die junge Soziologin. Drei Viertel sind der Meinung, das historische Erbe habe eine Auswirkung auf die Stadt – nur negative (18 %) und nur positive (5 %). „Generell fühlen sich die Befragten stärker mit der Stadt verbunden, als dass sie darauf stolz sind, Braunauer zu sein“, weiß Forster. Ältere würden sich mehr mit Braunau identifizieren als Jüngere.

„Die Braunauer sprechen sich viel eher für eine Aufarbeitung der Vergangenheit aus, als dass sie die Geschichte vergessen wollen. Ich finde, das ist eine sehr positive Entwicklung“, so die Diplomandin. Dennoch meint jeder Fünfte, es sei besser, die Vergangenheit zu vergessen. „Der bewusste und kritische Umgang mit der NS-Vergangenheit ist gerade für Braunau besonders wichtig. Das zeigen wir auch mit den Braunauer Zeitgeschichte-Tagen, die heuer bereits zum 21. Mal stattfinden“, kommentiert Bürgermeister Johannes Waidbacher die Ergebnisse. „Braunauer brauchen sich nicht dafür schämen oder rechtfertigen, dass Adolf Hitler hier geboren wurde.“

Vier Prozent stimmten dafür das Geburtshaus Hitlers abzureißen – knapp drei Viertel wollen ein kritisches Museum zum Nationalsozialismus darin errichten: „Wir werden für das Geburtshaus eine angemessene Verwendung finden – was jedoch auch von den Finanzen abhängt“, erklärt Braunaus Bürgermeister.

Vier Prozent der Befragten gaben an, es wäre besser Hitlers Geburtshaus in der Salzburger Vorstadt in Braunau abzureißen.
Judtih Forster hat sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Thema "Geburtsstadt Adolf Hitler" befasst.

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