Forschungsziel: mehr Leichtigkeit

4Bilder

BEZIRK (ebba). Bekannterweise ist der Bezirk Braunau im Industriesektor, allen voran im Fahrzeugbau, besonders gut aufgestellt. Unternehmen wie die Austria Metall AG (AMAG), Hammerer Aluminium Industries (HAI), KTM, Borbet und Audio Mobil sind bedeutende Player. Damit sie das auch bleiben, ist es notwendig, permanent in die Forschung und Weiterentwicklung von Werkstoffkomponenten zu investieren.

Beim Bemühen, Autos, Flugzeuge und Schiffe immer leichter zu bauen, um CO₂ zu sparen, sind die Produkte der AMAG besonders gefragt. Der Aluminiumspezialist aus Ranshofen investierte zuletzt mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Im Leichtbau liegt die Zukunft

Dessen ist man sich insbesondere im LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen bewusst. Das Tochterunternehmen des AIT Austrian Institute of Technology gehört zum Center for "Low-Emission Transport". Schwerpunkt der Forschung liegt auf dem Leichtbau, vom Material über die Prozesstechnologie bis hin zum werkstoffbezogenen Strukturdesign. Das 50-köpfige Team arbeitet an effizienten, sicheren und umweltverträglichen Mobilitätslösungen und konzentriert sich dabei auf die Leichtmetalle Aluminium und Magnesium.

"Wir kombinieren gezielt Materialien, schmelzen diese in unseren Öfen, gießen sie in Stangenform, Blöcke oder fertige Teile", erklärt Geschäftsführer Andreas Kraly. "Diese Teile werden dann zu größeren Komponenten wie Fahrzeugteilen verbunden, verschweißt oder verschraubt. Der Prozess wird auch am Computer dargestellt, um die Eigenschaften vorauszuberechnen." Aktuelle Highlightprojekte sind laut Kraly die Entwicklung von brandbeständigen Magnesium-Werkstoffen für die Luftfahrt sowie das Forschungsprojekt "KryoAlu".

Entwicklungspartner für regionale Industrie

Laut Kraly, sei der oberste Auftrag der Wissenschafter, jener, österreichische Industriebetriebe in ihrer Wirtschaftlichkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Hat ein Unternehmen ein Problem mit einem Bauteil, so tritt es an das LKR heran. "Wir erforschen dann exklusiv eine Problemlösung für den Kunden. Was die Ergebnisse betrifft, gibt es eine Geheimhaltungsvereinbarung. Anders verhält es sich mit geförderten Forschungsprojekten. Dann besteht Publikationspflicht", sagt Kraly.

Wie zukunftsweisend diese Forschung ist, zeigt sich etwa anhand des Projektes „KryoAlu“. Dabei haben Wissenschafter des LKR einen neuen Ansatz verfolgt und entdeckt, dass sich die Umformbarkeit von Aluminium bei tiefen Temperaturen verbessert. So wurde ein Verfahren entwickelt, das eine Umformung bei bis zu minus 150 Grad Celsius ermöglicht. „Die Blechplatinen werden in flüssigem Stickstoff vorgekühlt, von einem Roboter in die Umformpresse eingelegt und nach dem Tiefziehen wieder entnommen“, so Kraly. Mit Hilfe der neuartigen kryogenen Blechumformung lassen sich komplexe Bauteile, die bisher aus Stahlblech gefertigt wurden, aus Aluminium herstellen. Dafür gab es 2015 den OÖ Landespreis für Innovation.

Fotos: AIT

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen