Am Waldrand
Fünf kranke Katzenbabys ausgesetzt

Die fünf kranken Katzenbabys bei ihrer Ankunft am Tierschutzhof Pfotenhilfe.
  • Die fünf kranken Katzenbabys bei ihrer Ankunft am Tierschutzhof Pfotenhilfe.
  • Foto: Pfotenhilfe
  • hochgeladen von Barbara Ebner

Pfotenhilfe ist täglich mit neuen Fällen konfrontiert und fordert, dass Kastrationspflicht stärker kontrolliert und sanktioniert wird.

NEUKIRCHEN, LOCHEN AM SEE. Beim Spazierengehen mit ihrem Hund in Neukirchen an der Enknach, kamen einer Frau am Waldrand plötzlich fünf ausgesetzte Katzenbabys entgegen gewackelt. Mit völlig vereiterten Augen, bedingt durch Katzenschnupfen. Die Finderin holte sich eine Transportbox, um die Findlinge einzupacken und zum Tierschutzhof Pfotenhilfe in Lochen am See zu bringen. Derzeit ist man dort fast täglich mit ähnlichen Fällen aus den Bezirken Braunau und Vöcklabruck sowie dem Flachgau konfrontiert.

"Diese Babys sind wieder einmal fünf von unzähligen Opfern der menschlichen Ignoranz gegenüber Tierleid. Wer seine Katzen gesetzeskonform kastrieren lässt, bevor es zu spät ist, verhindert damit viele Probleme. Wer nicht geboren wird, kann nicht leiden und auch nicht ausgesetzt, erschlagen oder wie Abfall entsorgt werden", ärgert sich Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler über die sich alljährlich wiederholende Belastungswelle für Tiere und Auffangstationen.

"Das Problem ist viel zu wenig präsent, weil viele der Katzen immer noch illegal getötet werden oder nach Monaten voller Schmerzen und Qualen an ihren Krankheiten und Seuchen unentdeckt zu Grunde gehen oder überfahren werden. Neben den unschuldigen Opfern ist unser Tierschutzhof dadurch sehr stark belastet, weil natürlich niemand einerseits die größtenteils sehr hohen Tierarztkosten tragen will und andererseits die aufwendige, monatelange Versorgung immense Kosten verursacht. Die Vermittlung kranker Katzen ist unmöglich, wodurch oft erst nach einem halben Jahr oder mehr neue Halter gesucht werden können.“ Hinzu komme die bevorstehende Urlaubszeit, wo Vermittlungen ohnehin schwierig seien.

Ein Verstoß gegen die Katzen-Kastrationspflicht gemäß Tierschutzgesetz ist kein Kavaliersdelikt und kann im Wiederholungsfall mit bis zu 15.000 Euro bestraft werden, auch wenn es nur aus Rücksichtslosigkeit für die Tiere mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden ist (Bundestierschutzgesetz §5 Abs. 2 Z. 13).

Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe bemängelt, dass der Gesetzgeber beim Tierschutz viel zu wenig Kontrollressourcen zur Verfügung stellt und auch meist keine Routinekontrollen vorschreibt. "Nur wenn Nachbarn oder Passanten sich einen Fall anzuzeigen trauen, wird kontrolliert. Aber die meisten Leute, die uns kranke Katzenbabys bringen, wollen nur ungern sagen, wo sie diese gefunden haben und wollen aus Angst, dass sie Schwierigkeiten mit den Tätern bekommen, Anonymität zugesichert bekommen. Dass in einem Rechtsstaat die Täter die Whistleblower terrorisieren können, anstatt zur Einhaltung von Gesetzen gezwungen zu werden, ist ein Riesenskandal“.

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen