Es darf wieder geföhnt und bedient werden
Gastronomen und Frisöre voller Tatendrang

Die heimische Wirtschaft fährt wieder hoch. Jetzt liegt es an uns, sie zu unterstützen.

BEZIRK BRAUNAU (ebba). Die Ausgangsbeschränkungen wurden gelockert und mit Anfang Mai konnten beinahe alle Geschäfte und Dienstleister wieder ihre Pforten öffnen. So auch die Frisöre.

„Ich bin sehr froh! Es geht ständig dahin mit Terminanfragen. Die ersten Tage nach Wiedereröffnung waren wir ziemlich schnell voll. Natürlich nehmen wir nur so viele Leute, wie wir dürfen. Das sind bei uns im Geschäft vier Leute, die wir gleichzeitig drannehmen können. Das heißt, bis auf Weiteres geht bei uns nichts ohne Termin“, erzählt Hannes Dunhofer von „Salon Creativ Dunhofer“ in Braunau, und ergänzt: „Das Einhalten des Mindestabstandes geht sich gut aus. Die Kunden tragen Mund-Nasen-Schutz, unsere Mitarbeiter Schutzvisiere. Darüber hinaus sind wir gut mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für Hände, Stühle und Arbeitsgeräte ausgestattet“, so Dunhofer, der kein Problem mit den Auflagen hat. „Das ist ja alles durchaus sinnvoll und auch nicht so schlimm. Dasselbe kann man allerdings nicht von den gewaltigen Umsatzeinbußen sagen, die wir hinnehmen müssen.“ Sieben Wochen kamen keine Einnahmen herein. „Das ist schon zach. Die laufenden Kosten hat man ja trotzdem. Und es bleibt weiterhin schwierig. Demnach bin ich froh, dass es Förderungen gibt. Ich hoffe nur, dass die den Verdienstentgang halbwegs aufwiegen können.“

Gemischte Gefühle in der Gastronomie

Der neue „Feiertag“ der Gastronomen ist der 15. Mai. „Wir sind froh, dass wir da endlich wieder aufsperren dürfen. Aber wir sind nicht restlos glücklich. Etwa die Regelung mit nur maximal vier Personen plus Kinder pro Tisch – das erscheint mir schon sehr wenig. Da wären mir zehn Personen pro Tisch lieber gewesen“, meint Herbert Karer vom Gasthaus Badhaus in Mattighofen und Wirtesprecher im Bezirk Braunau.

Gäste sind angehalten, zu reservieren. Es gibt keine freie Sitzwahl. Zwischen den Tischen muss ein Meter Abstand gehalten werden. Die Gäste müssen einen Mund-Nasenschutz tragen, wenn sie den Gastraum betreten oder sich darin bewegen. Am Tisch darf die Schutzmaske abgenommen werden. Servicekräfte hingegen müssen generell einen Mund-Nasenschutz tragen.

Stammtische haben es jetzt schwer. „Ich nehme an, dass die Regierung das gezielt unterbinden möchte. Ich persönlich seh‘ da aber die Gefahr, dass sich die Leute dann vermehrt privat treffen.“ Viele Fragezeichen stünden noch im Raum. „Bei uns im Badhaus sollen im August vier Hochzeitsfeiern stattfinden. Die zukünftigen Eheleute hängen aber immer noch komplett in der Luft, ob sie die Feiern durchführen können oder nicht. Da wäre ein Ausblick, wie es nach Ende Juni weitergehen wird, schon wünschenswert“, gibt Karer zu Bedenken.

Im Badhaus hat man sich bereits gut mit Schutzmasken und -visieren ausgerüstet. Die Mannschaft ist voller Tatendrang, doch die Sorgen im Hinterkopf bleiben: „Es sind natürlich immense finanzielle Einbußen entstanden“, so der Wirt. Durch die begrenzte Gästeanzahl und den Wegfall vieler Feierlichkeiten werde der Umsatz auch weiterhin gedrückt. „Noch schlimmer trifft es Bars und Diskotheken. Die können weiterhin nicht öffnen, da ein Thekenbetrieb nicht erlaubt ist – übrigens auch bei uns Wirten nicht.“

Karer hofft, dass in der Gesellschaft ein Umdenken stattfindet und die Leute künftig schon früher zum Essen kommen – im Hinblick auf die vorverlegte Sperrstunde um 23 Uhr. „Setzt euch bitte nicht privat zusammen, sondern unterstützt die Betriebe jetzt in dieser für uns immer noch schwierigen Situation“, appelliert der Wirtesprecher.

Zurück in die Schule

Auch in den Schulen zieht langsam wieder Leben ein. Seit 4. Mai gibt es wieder Unterricht für die Maturanten. Ab Mitte beziehungsweise bis spätestens Ende Mai werden langsam auch alle übrigen Schüler wieder in den Schulen unterrichtet werden. Die Klassen werden geteilt, sodass im wochenweisen Wechsel an unterschiedlichen Tagen unterrichtet wird. „Viele Maßnahmen sind aufwändig, jedoch sinnvoll. Wenn wir damit das Ansteckungsrisiko minimieren können, machen wir das gerne“, sagt HTL-Direktor Hans Blocher. „Wir überlegen sogar, ob wir die Schüler teilweise weiterhin über Videokonferenzen am Unterricht teilhaben lassen sollten. Denn der Fernunterricht hat bei uns bis jetzt sehr gut funktioniert“, so Blocher. Die Zentralmatura findet heuer grundsätzlich nur schriftlich statt. „Wir gehen davon aus, dass wir gut beurteilen können. Wenn die Schüler sich jetzt anstrengen, steht guten Noten nichts entgegen“, meint Blocher, und ergänzt: „Was wir auf elektronischem Wege so mitbekommen haben, sehen die Schüler selbst es auch gelassen.“

20 Hygienespender stehen in der HTL zur Verfügung. Maskenpflicht gilt, so wie in allen Schulen, nur in den Pausen, jedoch nicht während des Unterrichts in der Klasse. „Wir freuen uns jedenfalls sehr, wenn das Schulgebäude wieder mit Leben erfüllt ist. Und sind gespant, ob im Herbst dann wieder alles halbwegs normal läuft“, so der Direktor.

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