Gert Smetanig
Gedanken zum Sonntag

Braunaus Dechant Gert Smetanig teilt seine Gedanken zum Sonntag mit uns.
  • Braunaus Dechant Gert Smetanig teilt seine Gedanken zum Sonntag mit uns.
  • Foto: Hans Schamberger
  • hochgeladen von Katharina Bernbacher

Da Gottesdienste aufgrund der Coronapandemie weiterhin nicht stattfinden können, teilt Braunaus Dechant Gert Smetanig seine Gedanken zum Sonntagsevangelium mit uns. 

BEZIRK BRAUNAU. Liebe Leserinnen, liebe Leser!
„Die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.“ Wer Jesus reden hört, der spürt: Hier begegnet mir ein Wort, das unter die Haut geht, das mich herausfordert und weiterbringt. Ein Wort, das mir neue Lebensmöglichkeiten eröffnet, das Verkrampfungen und Erstarrungen löst, das tröstet und ermutigt.
Wie müsste die Kirche heute reden, wenn sie wie Jesus die Herzen der Menschen erreichen will? Was wäre das für eine Sprache, die heute wieder neugierig macht auf das Wort Gottes, in der uns heute sein Zuspruch und Anspruch trifft?
Es wäre zunächst einmal die Sprache der Überraschung: Eine Sprache, die - wie ein Gleichnis Jesu - Aha-Erlebnisse vermittelt; die neue Perspektiven eröffnet; die uns unser Leben in einem ganz neuen Licht sehen lässt. „Wer etwas zu sagen hat, muss es immer wieder neu sagen“, meint Franz Rosenzweig, ein jüdischer Religionsphilosoph. Es wäre sicher auch die Sprache der Redlichkeit: Eine Sprache, die nicht auf alles fertige Antworten parat hat, die sich vorsichtig an das Wort Gottes herantastet, die Zweifel und Fragen ernst nimmt. ,,Ein fertiger Christ ist leider oft einer, der andere macht“, sagte einmal ein evangelischer Landesbischof. Es wäre die Sprache des Humors: Eine Sprache, die etwas widerspiegelt von der frohen Botschaft Jesu, die Gelassenheit ausstrahlt; die auf fanatische Parolen und verbissene Wortklaubereien verzichtet; die zum Trotzdem-Lachen animiert - zur Freude trotz aller schlimmen Erfahrungen. ,,Giovanni, nimm dich nicht so wichtig“, hat der humorvolle Papst Johannes XXIII. immer wieder zu sich selbst gesagt. Und es wäre schließlich die Sprache der Taten: Eine Sprache, die ohne große Worte den Geist Jesu lebendig werden lässt; die ahnen lässt, wie Jesus sich ein gelingendes Leben und Zusammenleben der Menschen vorgesteilt hat. ,,Rede von Christus nur, wenn du gefragt wirst. Aber lebe so, dass man dich fragt“, lautet ein wichtiger Grundsatz.
Die Sprache der Überraschung, der Redlichkeit, des Humors und der Taten - das wäre nicht die Sprache der Schriftgelehrten, sondern eine überzeugende, der Botschaft Jesu angemessene Sprache. Wir alle könnten sie sprechen, wir alle könnten so dem Wort Gottes heute wieder einen frischen Klang geben - vorausgesetzt, wir lassen uns selbst von diesem Wort treffen und bewegen.

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