Krisenbewältigung
Gefahr der Überlastung ist groß

Betriebsseelsorgerin Irene Huss
  • Betriebsseelsorgerin Irene Huss
  • Foto: Treffpunkt mensch & arbeit
  • hochgeladen von Barbara Ebner

Der „Corona-Koller“ hat viele von uns fest im Griff. Wenn die Belastungen und Sorgen überhand nehmen, braucht es Hilfe von außen.

BEZIRK BRAUNAU (ebba). Die Bandbreite der Sorgen und Ängste der Menschen ist derzeit sehr groß. Corona, Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne stellen unseren Alltag auf den Kopf. Das Leben läuft auf Sparflamme, die sozialen Kontakte sind auf ein Minimum reduziert. Dazu kommen finanzielle Probleme, bedingt durch Kurzarbeit oder Kündigungen.

Einsamkeit und Existenzängste

„Uns rufen derzeit in erster Linie Menschen an, die einsam sind, weil ihnen ein Gesprächspartner fehlt. Ältere Personen und Singles. Aber auch viele Menschen, die aufgrund von Kündigungen finanzielle Sorgen haben. Man merkt, es ist viel Überlastung da“, erzählt Irene Huss vom „Treffpunkt mensch & arbeit“ in Braunau.

Die Betriebsseelsorgerin versucht Betroffenen so gut es geht telefonisch weiterzuhelfen und Tipps an die Hand zu geben. „Es tut den Menschen schon allein gut, einmal das sagen zu können, was ihnen im Magen liegt.“

Eine große Herausforderung für viele Eltern sei die Home-Office-Situation. Sich nebenbei noch um die Betreuung und das Lernen mit den Kindern zu kümmern, all das in einem beengten Miteinander, sei schwierig. „Wenn viele Belastungen zusammen kommen, ist die Gefahr der Überlastung groß. Man sieht nur noch schwarz und das ist nicht gesund. In manchen Situationen braucht es dann einfach Hilfe von außen“, weiß Huss.

Werte überdenken und wertschätzen

Die Seelsorgerin rät dazu, sich jetzt einmal bewusst über Dinge Gedanken zu machen, die sonst eher hintan stehen: „Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Wer ist mir wichtig? Auch sollte man sich darauf besinnen, was man gerade jetzt durch sein Konsumverhalten bewirken kann. Wen unterstütze ich mit meinem Einkauf? Es könnte also auch eine Chance in dieser Krise stecken, indem die Menschen wieder bewusster und regionaler einkaufen und so die Wirtschaft vor Ort stärken“, hofft Huss. „Persönlich hoffe ich, dass jene, die jetzt in der Reinigung, in der Pflege, im medizinischen Bereich, im Handel und im Transportwesen für uns alle da sind, nicht nur jetzt unsere „Helden“ sind, sondern dass die Anerkennung dann auch langfristig in ihrer Geldbörse spürbar wird. Und das möglichst schnell“, appelliert Huss.

Der Treffpunkt mensch & arbeit, eine Einrichtung der Diözese, ist telefonisch unter 07722/65632, 0676/8776 3681 oder per E-Mail an mensch-arbeit.braunau@dioezese-linz.at erreichbar. Die Seelsorger beraten insbesondere zu Themen rund um die Arbeitswelt, bieten Konflikt- und Mobbingberatung sowie Burnoutbegleitung an.

Weitere Stellen, die Telefonseelsorge betreiben:
TelefonSeelsorge OÖ:
Notruf 142, 0732/731 313, telefonseelsorge@dioezese-linz.at
Krisenhilfe OÖ - Sorgentelefon: 0732/2177
Familienberatungsstelle „Beziehung.Leben“ in Braunau: Anmeldung über die Zentrale in Linz unter 0732/773 676, beziehungleben@dioezese-linz.at

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