Gewaltprävention
Gegen Gewalt an Schulen

An der NMS in Mattighofen gab es bereits vor Jahren die sogenannten "Time-Out-Klassen". Mittlerweile ist man auf ein anderes, dreistufiges Modell, umgestiegen.
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  • An der NMS in Mattighofen gab es bereits vor Jahren die sogenannten "Time-Out-Klassen". Mittlerweile ist man auf ein anderes, dreistufiges Modell, umgestiegen.
  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Katharina Bernbacher

BEZIRK BRAUNAU (kath). In der Neuen Mittelschule (NMS) Mattighofen kam es Anfang Mai 2019 zu einem Zwischenfall: Ein Streit zwischen zwei Schülern eskalierte während der Pause. Aus Wut schleuderte einer der beiden seine Glaskakaoflasche gegen eine Betonsäule. Das Glas zerbrach und ein Splitter traf den anderen Mitschüler am Hinterkopf.
Der Aufschrei in der Bevölkerung darüber war groß und den Lehrern wurde vorgeworfen, nicht angemessen auf Vorfälle dieser Art zu reagieren. Um Gewalttaten an Schulen entgegenzuwirken, hat der ehemalige Bildungsminister Heinz Faßmann das Einführen sogenannter "Time-out-Klassen" auf den Weg gebracht. Auffällige Schüler sollten nach Fehlverhalten im Unterricht in Extraklassen durch eigens ausgebildetes Personal betreut werden. Die Idee dazu ist jedoch nicht neu. "Bereits in den Schuljahren 2013/2014 und 2014/2015 haben wir Time-out-Klassen eingerichtet. Lehrer, die gerade eine Freistunde hatten, wurden damit beauftragt, auffällige Schüler, die den regulären Unterricht aufgrund von Fehlverhalten verlassen mussten, zu betreuen", berichtet Johann Gärtner, Direktor der NMS Mattighofen. Das Experiment wurde nach zwei Jahren abgebrochen. Denn immer die gleichen Lehrer verwiesen dieselben Schüler des Unterrichts. Mittlerweile gibt es ein neues, dreistufiges Modell in Mattighofen, das laut Gärtner gut funktioniert. "Die erste Maßnahme bei Fehlverhalten ist das sogenannte Transfermodell. Dabei wird der auffällige Schüler in eine Nachbarklasse versetzt. Eine weitere Maßnahme ist, den Schüler vor die Klassentür in die Aula zu setzen und ihn dort weiterarbeiten zu lassen. Und die letzte Maßnahme, die wir ergreifen, aber nur, wenn Gefahr in Verzug ist, ist der Aufenthalt in der Direktion bis zum Eintreffen der Eltern. Diese werden natürlich informiert, eine Verhaltensnote wird beantragt und, bei Gefährdung der Mitschüler, folgt eine Suspendierung", so der Direktor. 

Schulungen für Lehrer

Der Schulqualitätsmanager des Bezirks Braunau, Hans-Peter Palasser, sieht vor allem eine gute Vorsorge als ausschlaggebend gegen Gewalt an Schulen: "Es gibt schon diverse schulinterne Lehrerfortbildungen, die sich teilweise über ein ganzes Schuljahr ziehen. Dabei wird das Lehrpersonal im Umgang mit gewalttätigen Schülern geschult und somit wird versucht, Gewaltsituationen von vornherein abzuwehren." Derzeit sind Lehrer aus zehn Schulstandorten im Bezirk Braunau im Fortbildungsprojekt "SAM – Systemisches Aggressionsmanagement".
Eine große Stütze für die Schulen sieht er auch in der Initiative "SuSA". Die "Schulsozialarbeiter" klappern Schulen im Bezirk ab und arbeiten mit auffälligen Kindern. Durch die äußerst geringe Besetzung bleibt aber leider oft nur Zeit für die "Spitze des Eisberges", so Palasser. Auch gut ausgebildete Betreuungslehrer beschäftigen sich intensiv mit "Problemschülern".

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